Schwedenpost: Freilauf für Alex oder mein Hund hat keinen Bock auf mich

„Keine Sorge, es wird Dir gefallen“, sage ich zu Alex und schiebe in Gedanken ein „hoffentlich“ hinterher. Langsam drückt er seine Hinterbeine hoch und steigt kurz darauf aus dem Auto. Er bleibt sofort stehen, dreht den Kopf langsam erst nach links und dann nach rechts. Ein, zwei Schritte nach vorne, stehenbleiben und wieder umschauen. Ich ziehe die Autotür des Rücksitzes zu, drücke den Knopf der Zentralverriegelung und gehe los. Alex trottet zunächst hinterher. Es sind nur drei, vier Meter, dann erregt ein Gebüsch seine Aufmerksamkeit und er taucht mit seiner dicken Hundenase ein in die Welt der neuen Gerüche.

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Er lässt sich nicht mehr stoppen. Nicht dass ich das versuche, aber ich bin fasziniert, wie schnell er von Skepsis und Unwillen in Begeisterung verfällt. Er sucht Zentimeter für Zentimeter ab. Geht ein paar Schritte, bleibt wieder stehen, um den nächsten Halm, den nächsten Baum oder das nächste Gestrüpp ausgiebig abzuschnüffeln. „Siehste, ich habe nicht zu viel versprochen“, sage ich zu ihm und atme erleichtert auf. Auch wenn wir noch gar nicht das anvisierte Ziel erreicht haben.

Lieblingsbild im Februar

Innerlich rattert es schon wieder in meinem Kopf: „Hoffentlich sind da gleich keine anderen Hunde oder wenn, nur welche, mit denen sich Alex versteht?!“ Gehen, stehen, gehen, stehen, gehen, stehen. Wir bewegen uns im Schneckentempo vorwärts und weil es für Alex so viele geruchliche Einblicke gibt, machen wir eigentlich mehr Pause als Strecke. Egal, wir haben Zeit. Der helle Erdboden federt unsere Schritte ab. Ein weiterer Pluspunkt für Alex Arthrose. Ich freue mich über den Weg, der an einem See entlangführt. Wasser ist ja mein Element und dient mir als Sofort-Entspannung.

Nur für uns allein

Im genauen Einschätzen von Distanzen bin ich nicht gut, vielleicht haben wir die ersten einhundert Meter hinter uns. Da gelangen wir an einen Steg. Ein Rettungsring hängt neben zwei Bänken. Wir betreten nun dunkleren Waldboden. Zu unserer Linken befindet sich ein Geländer aus Holz, das uns vom See trennt. Zu unserer Rechten stehen Nadelbäume mehr oder weniger in Reih und Glied. Alex bleibt ganz vertieft in der Welt der Gerüche.

Nach gefühlten Stunden entdecke ich den Metallzaun. Je näher wir kommen, umso mehr kann ich von dem eingezäunten Stück sehen. Niemand da, ein Glück! Ich öffne das Tor. Alex und ich treten ein. Tor zu und Leine ab. Alex Hundenase bleibt weiterhin am Boden. Auch hier scheint es für ihn sehr spannend zu sein. Ich lasse ihn alles erschnüffeln und laufe den Hundefreilauf (Hunderastgård) ab.

Genug Platz zum Flitzen

Die längste Stelle misst vielleicht 40 bis 60 Meter, die kürzere vielleicht 30 Meter. Auf der einen Seite stehen ein paar Bäume, die im Frühling und Sommer bestimmt Schatten spenden. Dazwischen eine Bank. Es gibt drei kleine Pyramiden aus Steinen. Daneben ein Bäumchen mit Lichterkette. An der einen Seite befindet sich ein weiterer Eingang, der aus einer Schleuse besteht. Also, es gibt eine Pforte, die einen von draußen in einen kleinen Bereich bringt. Dann muss man ein weiteres Tor passieren, um auf die große Fläche zu kommen.

Prästholmens Hunrastagård in Lagan

In Schweden herrscht vom 1. März bis 20. August überall Leinenpflicht. Es gibt natürlich bestimmte Ecken wie Nationalparks, in denen das ganze Jahr über ein Hund an die Leine muss. Grundsätzlich dürfen Hunde ansonsten, wie in Deutschland, nur freilaufen, wenn sie in der Nähe des Besitzers bleiben, nicht jagen, keine Menschen oder Tiere stören, und jederzeit abrufbar sind. Alex liebt die Hatz und deshalb lasse ich ihn nur an ausgewählten Stellen freilaufen. (Wir haben viel trainiert und das hat es deutlich besser gemacht, aber das Risiko ist trotzdem einfach zu groß, dass andere Tiere, Menschen und er zu Schaden kommen, wenn er hetzt). Wir wohnen in einer sehr waldreichen Region in Schweden, und da bleibt er an der Leine. Dass wir gleich zwei Hundefreilaufflächen in der Nähe haben, hat mich natürlich gefreut. Schließlich soll Alex regelmäßig frei sein.

Der kleine Ort Lagan liegt direkt an der Autobahn E4, die vom Süden in den Norden Schwedens führt. Es ist nur ein kleiner Schlenker. Deshalb eignet er sich hervorragend für einen Stopp für den Hund, wenn man an Lagan vorbeifährt. In Schweden gibt es natürlich noch weitere Hundefreilaufflächen. Um die zu finden, kann man bei Google Maps Hundrastgård eingeben, wobei der in Lagan beispielsweise nicht immer gleich angezeigt wird. Vielleicht gilt das für andere auch. (Parken kann man an dem Weg Bergastigen, die von Värnamovägen abgeht. Hier die GPS-Koordinaten: 56.915703, 13.99.5210 und hier die Verlinkung zu google maps)

Prästholmens Hundrastgård gehört zu dem Gemeinschaftsverein Lagan, der sich über Mitglieder finanziert. Es gibt für die Benutzung der Freilauffläche klare Regeln. Man soll Rücksicht nehmen auf Mensch sowie Tier und man sollte seinen eigenen Hund im Auge behalten. Aggressive Hunde dürfen nicht in den Freilauf. Der Hund sollte also verträglich sein (sofern andere Hunde da sind). Außerdem muss er gesund sein, also keine ansteckende Krankheiten haben. Man sollte den Freilauf vernünftig verlassen: Müll, Hundehaufen und dergleichen wieder mitnehmen und vernünftig entsorgen. Wenn etwas kaputtgeht oder einem eine kaputte Stelle im Zaun auffällt, dann sollte man das melden. An den Zäunen hängen Informationsschilder mit dem Kontakt. Die sind zwar auf Schwedisch, aber dank Google Translate, KI und Co. dürfte das heute kein allzu großes Problem sein.

Schön sauber in Lagan

Alex läuft mit schwingender Rute das Gelände ab. Sein Hundemaul ist leicht geöffnet, sein Gesicht wirkt entspannt und seine Augen scheinen zu strahlen. Nach einiger Zeit rufe ich ihn zwischendurch zu mir, damit er mal richtig rennt, was er freudig umsetzt. Ansonsten lasse ich ihn in Ruhe. Schließlich möchte ich, dass er einfach frei sein Ding machen kann. Immer blicke ich zwischen den Bäumen vor dem Hundefreilauf hindurch auf das Wasser.

Der Hundefreilauf gefällt mir wirklich gut. Die Fläche bietet genug Platz für Alex, um einmal Gas zu geben. Schattenplätze, Stellen mit aufgewühlter Erde, die sich also zum Buddeln eignen. Eine Schale mit Wasser steht auch da. Außerdem ist er komplett sauber: Keine Hundehaufen, kein Müll, keine vergessenen Leckerli. Das Einzige, das mich stört, sind die Autogeräusche. Ich vermute, dass die von der Autobahn kommen, die nur wenige Kilometer entfernt entlang führt. Aber ansonsten finde ich die Umgebung schön: fast nur Natur.

Verdreckt in Ljungby

Kein Vergleich zu dem Hundrastgård, den wir in Ljungby einige Zeit später besucht haben. Die Größe der Fläche ist zwar ebenfalls okay und er liegt an einem Fluss, aber auch am Rand eines Wohngebiets neben der Straße. Das mindert meine Freude etwas, aber etwas anderes stört mich weitaus mehr. Was ich im wahrsten Sinne des Wortes scheiße finde, sind die zahlreichen Hundehaufen, die sich auf der Grasfläche verteilen. Der Hundefreilauf in Ljungby gleicht einem riesigen Hundeklo. Obwohl extra auf dem Schild am Eingang steht, dass man das wegräumen muss. In Ljungby hängt dort sogar ein Mülleimer. Den gibt es in Lagan nicht und trotzdem liegt da nie ein einziger Haufen.

Hundrastgård in Ljungby

Ich habe die Schweden bisher als wahnsinnig rücksichtsvoll gegenüber Mensch, Tier und Natur erlebt und das so auch von anderen mitbekommen. Es fällt mir deshalb sehr schwer, zu glauben, dass es Schweden sind, die die Hundehaufen nicht wegmachen. Tut mir leid liebe Landsleute, aber um mein Bild nicht zu zerstören, rede ich mir ein, dass es Deutsche waren oder andere Ausländer. Nimm es mir bitte nicht übel, ich weiß, es gibt viele Deutsche, die die Hundehaufen wegmachen, und es ist ja auch nicht ganz ernst gemeint. 😉

Was mir in Schweden besonders gefällt

Dieser Punkt macht es vielleicht verständlicher, warum ich mir nur schwer vorstellen kann, dass Schweden den Hundrastgård verdrecken lassen. Denn sie sind wirklich wahnsinnig rücksichtsvoll und gemeinschaftsorientiert. Zum Beispiel gibt es in Schweden keine gesetzlichen Ruhezeiten wie in Deutschland. In Deutschland gilt der Sonntag als Ruhetag und da ist nicht nur das Rasenmähen verboten, sondern auch andere laute Arbeiten wie beispielsweise Holzsägen oder laute Renovierungsarbeiten, sofern sie nicht dringend erforderlich sind. Als wir auf der Ostalb in Baden-Württemberg gewohnt haben, haben sich alle daran gehalten. Da ist der Sonntag tatsächlich heilig.

Im hessischen Altefeld hat das hingegen niemanden interessiert. Okay, Rasen wurde sonntags nicht gemäht, aber gebohrt, gehämmert, gesägt et cetera. Ganz nach dem Motto: „Ich habe jetzt Zeit und die Muße, was kümmern mich die anderen.“ Die restlichen Ruhezeiten wurden mal mehr, mal weniger eingehalten. Manchmal ganz exakt, was in meinen Augen aber teils trotzdem rücksichtslos war. Samstags um Punkt 7 Uhr den Betonmischer anzuschmeißen für mehrere Stunden, nur um ab nachmittags faul im Garten herumsitzen zu können, ist zwar legal, aber zeugt meiner Meinung nach, weder von Rücksichtnahme noch von Gemeinschaftssinn. In Schweden passiert so etwas höchstwahrscheinlich nicht. Und dort darf man sogar rund um die Uhr werkeln, aber es macht keiner.

Sonntags hört man hier zwar die Motorsäge, aber frühestens am Vormittag und dann nicht den ganzen Tag. Denn den Schweden geht es nicht nur darum, ob es ihnen gerade passt, sondern auch darum, dass andere nicht allzu sehr belästigt werden. Dass die Schweden an andere denken, zeigt sich auf verschiedene Art und Weise. Selbst bei Kleinigkeiten, wie im Supermarkt an der Kasse. Sobald ein Schwede seine Lebensmittel aufs Band gelegt hat, packt er einen Warentrenner dazwischen und macht der Person hinter sich Platz. Ich weiß, dass es Deutsche gibt, die das machen. Ich zum Beispiel. Allerdings war ich damit an meinen Wohnorten meist alleine. Laute Telefonate in öffentlichen Verkehrsmitteln oder das Anschauen von Videos ohne Kopfhörer mit vollem Ton machen Schweden normalerweise ebenfalls nicht. Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele, aber das soll für diese Schwedenpost genug sein. (Natürlich gibt es auch in Schweden Ausnahmen und regionale Unterschiede sind ebenfalls möglich.) Auf meinen Hund Alex wird hier im Übrigen auch deutlich besser reagiert. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

Zurück zum Thema. Alex und ich fahren nun regelmäßig zu einem der beiden Hunderastgård. Am liebsten nach Lagan. Da ich gerne wieder aktiver mit Alex etwas machen möchte, packe ich das nächste Mal noch mehr Reiswaffeln und Snacks ein. Wie beim ersten Mal lasse ich ihn zunächst sein Ding machen. Dann möchte ich mit ihm das Umrunden von Dingen wieder üben. Ich wähle dafür einen Holzstamm aus. Alex konnte das schon ganz gut und es hatte ihm immer Spaß gemacht. Nun schaut er mich fragend an. Okay dann von vorne.

Es knickt mich

Ich halte ein kleines Stück Reiswaffel in der Hand. Führe meine Hand direkt vor seine Nase und führe sie dann Stück für Stück weiter nach vorne. Normalerweise folgt Alex sofort. Dieses Mal bleibt er stehen. Nach ein paar Sekunden setzt er sich lustlos in Bewegung. Ich führe ihn um den Baumstamm. Den Plan habe ich aber ohne Alex gemacht. Nach nicht einmal einer halben Umrundung bleibt er stehen. Schaut mich an nach dem Motto: „Was soll der Scheiß?!“ Und geht weg. Ich weiß, man soll das Verhalten eines Hundes nicht persönlich nehmen, aber ich mache das leider trotzdem. Ich bin aber gleichzeitig verwirrt, weil er daran sonst so viel Spaß daran hatte.

Nun gut. Also überlege ich mir etwas anderes. Alex schnüffelt gerade bei den Steinhaufen. Achten laufen, wäre eine Idee. Wieder mit der Reiswaffel bewaffnet gehe ich zu Alex. Ich kann ihn tatsächlich zweieinhalb Mal dazu bewegen, eine Acht zu laufen. Dann wiederholt sich sein Verhalten. Den vorwurfsvollen Blick spart er sich dieses Mal und geht direkt davon zu den Bäumen. Ich bleibe wieder etwas enttäuscht und verwirrt zurück.

Spuren des Vestibularsyndroms

Einige Zeit später verstehe ich es. Ich probiere es noch einmal bei uns im Garten. Da wird mir klar, dass es Alex körperlich zu schwer fällt. Außerdem glaube ich, dass es ihm unangenehm ist, die „schiefe“ Körperhaltung einzulegen. Vermutlich ein Überbleibsel des erlittenen Vestibularsyndroms (mehr dazu in diesem Artikel: „Auf Freud folgt Leid“). Es kam mir nicht früher in den Sinn, weil wir seitdem das Umrunden nicht mehr gemacht hatten. Aber besser spät als nie. Dann begebe ich mich halt auf die Suche, etwas Passenderes für ihn zu finden.

Die schwedische Sprache

Es hätte eigentlich besser in die erste Schwedenpost „Auf der Suche nach Norrsken“ gepasst, aber ich hatte es schlichtweg vergessen. Die schwedische Aussprache unterscheidet sich an manchen Stellen von der deutschen Aussprache. Eine betrifft die Buchstabenfolge „rs“. Immer wenn auf ein „r“ ein „s“ folgt, wird es „sch“ ausgesprochen. So wird beispielsweise Norrsken im Schwedischen „Norschen“ ausgesprochen. Das trifft übrigens auch zu, wenn es sich um zwei Wörter in einem Satz handelt: zum Beispiel „Alex är snabba“. Ausgesprochen wird es „Alex ä schnabba“. Auf Deutsch: „Alex ist schnell.“

An dem Tag im Hundefreilauf hat Alex aber generell keinen Bock auf mich. Ich versuche es nämlich noch einmal mit dem Abruf. Er schnuppert passenderweise gerade an dem einen Ende des Auslaufs. Also gehe ich zum anderen und rufe ihn. Altersbedingt hört er nicht mehr so gut. Deshalb muss ich manchmal mehrmals rufen und pfeifen oder lauter werden, was mir nicht so behagt. Dann dringen meine Töne zu ihm durch. Er schaut zu mir. Ich jubel und rufe weiter: „Komm her!“ Gleichzeitig führe ich meinen Arm samt Hand erst nach vorne und ziehe sie dann mit einer einladenden Bewegung wieder zu mir. Das ist unser optisches Signal für den Abruf. Alex bleibt aber stumpf stehen. Schaut mich noch einen Moment an. Dreht sich wieder weg und steckt seine Hundenase ins Gras. Auch meine weiteren Versuche scheitern. Ehrlich gesagt, bin ich noch etwas frustrierter.

Auf ein Neues

Einen Versuch starte ich noch und verstecke ihm ein paar Snacks: auf dem Boden, unter einem Ast und in der Baumrinde. Aber Mister Vielfraß interessiert auch das nicht. Ich gebe geknickt auf. „Dann mach halt weiter Dein Ding“, sage ich zu ihm. Bei unseren Spaziergängen durch die schwedischen Wälder fällt mir ebenfalls auf, dass es sich viel weniger für mich interessiert. Früher behielt er mich immer im Auge. Selbst als der Freilauf noch überall möglich war und er noch nicht seine Liebe für die Hatz entdeckt hatte, blieb er immer in der Nähe und kam immer zwischendurch nah heran und suchte den Kontakt.

Was mir in Schweden nicht so gut gefällt

Alex hat gesundheitliche, ich sage jetzt mal, Wehwehchen. Deshalb hat er letztes Jahr von der lieben Stephanie Rose von Cani Vivus einen extra auf ihn abgestimmten Futterplan bekommen. Außerdem müssen wir grundsätzlich manche Dinge beachten in Bezug auf seine Nieren und seine Bauchspeicheldrüse. Das betrifft unter anderem Snacks. Alex darf keine Kauartikel. Dazu gehören zum Beispiel Knochen und Fleischstücke wie Ochsenziemer oder dergleichen. Manche Zutaten wie beispielsweise Erdnussbutter sollten wir ebenfalls lieber meiden, wie mir Stephie kürzlich noch einmal bestätigt hat. Okay, das ist alles noch umsetzbar, auch wenn es mir manchmal etwas leid tut, dass er keine Kausnacks bekommen kann. Schließlich dienen die ja der Beschäftigung, bringen in der Regel Freude und können die Zähne vielleicht etwas mi putzen. Nun gut, lässt sich nicht ändern und wir kommen damit klar. Was sich etwas schwieriger gestaltet, sind die Leckerchen, die es beispielsweise während des Hundefitnesstrainings, zum Suchen, für den Schnüffelteppich und mehr gibt. Denn die dürfen weder Fleisch noch Fisch enthalten. In Deutschland habe ich zum Beispiel bei Marktkauf und bei Fressnapf vegetarische Leckerli entdeckt, die Alex schmecken und die er verträgt. In Schweden nicht.

In Schweden gibt es Kausnacks, die der Zahnpflege dienen sollen und die vegetarisch sind. Allerdings kommt seine Bauchspeicheldrüse mit solchen „harten“ Kaustangen nicht klar. Davon ab eignen die sich nicht für unsere Bedürfnisse. Ich habe verschiedene schwedische Onlineshops durchsucht und ich war in Ljungby im „Arkenzoo“. Der Besitzer des Zoofachgeschäfts hatte keine, aber er hat sich freundlicherweise auf die Suche begeben. Eine Woche später war ich wieder da und er sagte mir, dass er mit verschiedenen Händlern gesprochen habe, auch aus Dänemark, aber keiner bietet vegetarische Hundesnacks (godis) an.

Klar, ich könnte welche aus Deutschland bestellen, aber die Versandkosten verteuern die Hundeleckerli um ein Vielfaches. Davon ab belastet das ja unnötig die Umwelt. Das ist jetzt natürlich kein Weltuntergang, aber ein kleines Manko für mich persönlich. Denn in manchen Punkten bin ich faul. Trotzdem Alex zu Liebe backe ich jetzt selber Hundekekse. Das erste Rezept kam bei ihm sehr gut an. Leider haben die Leckerlis nicht wie angegeben Monate gehalten, sondern trotz luftdichter Verpackung nur zwei Wochen. Der Großteil landete deshalb leider im Müll. Nun gut, nächstes Mal backe ich dann weniger. Stephie hat mir auch ein Rezept weitergeleitet, das ich noch ausprobieren werde. Falls Du ein gutes Rezept für vegetarische oder vegane Hundekekse hast, das nicht zu fettreich ist, dann freue ich mich über eine E-Mail redaktion@hundimgepaeck.de

Gemeinsam etwas mit mir zu machen, hat er ebenfalls stets geliebt: sei es tricksen, apportieren, Leckerli suchen, gemeinsam rennen et cetera. Unser Hundefitnessprogramm geht noch. Dummytraining hingegen nicht mehr. Das liegt aber vermutlich daran, dass er sich einmal überschlagen hat und beim nächsten Mal ebenfalls stürzte. Sein Gleichgewicht und seine Koordination sind trotz Training eben altersbedingt nicht mehr vollkommen normal, was das Vestibularsyndrom sicherlich zusätzlich verstärkt hat.

Vielleicht ist es nur eine Phase?!

Beim Spaziergehen achtet er aber nun gar nicht mehr auf mich. Manchmal ernte ich einen vorwurfsvollen Blick, wenn die Leine komplett auf Spannung geht und er in seinem Vorwärtskommen gehindert wird, weil ich nicht schnell genug bin. Ansonsten bleibt er meistens voll und ganz in seiner Welt. Einerseits freut es mich, weil er aufgrund seiner Angst viele Jahre nicht abschalten und entspannen konnte. Andererseits macht es mich etwas traurig, weil ich so gerne mit ihm zusammen etwas mache.

Im Haus hat er noch Interesse daran. Draußen weniger. Wobei es inzwischen wieder Momente gab, in denen wir gemeinsam durch den Garten rennen und er tatsächlich mit mir in Verbindung bleibt, indem er immer wieder den Blickkontakt sucht. Im Hundrastgård in Ljungby wollte er dann einmal mehr mit mir machen. Leider hatte ich da nicht mit gerechnet und nicht genug Kekse dabei. Also, vielleicht war das nur eine Phase und Alex hat nicht grundsätzlich keinen Bock mehr auf mich, sondern nur manchmal. Ich hoffe es!

Ausflugstipp mit Hund

Im Februar haben wir uns endlich auf zum Meer gemacht. Ich muss es immer wieder sagen: Ich liebe das Meer! Und ich freue mich, dass wir wieder näher am Meer wohnen. Die Nordsee ist näher an meiner Heimatstadt Bremen, aber mir gefiel die Ostsee schon immer besser. Schweden liegt größtenteils an der Ostsee, aber auch hier gibt es Unterschiede, wie ich bereits auf unserem Roadtrip 2017 festgestellt habe. Die Süd-/Südostküste mag ich persönlich etwas lieber. Heller, fast weißer Sand und eher dunkelblaues Wasser. Als wir an der Westküste in Haverdal und später auf der Schäreninsel Orust waren, erinnerte mich das Meer eher an die südeuropäischen Länder: teils grün-türkises Wasser und eher dunkel-beiger Sand. Mein bisheriger Lieblingsstrand (Skateholmen) befindet sich leider an der etwas weiter entfernten Südküste. Der Beginn der Westküste ist hingegen nicht weit.

Für unseren ersten Meerbesuch habe ich mich für das Naturschutzgebiet Gullbrana und Tönnersa entschieden. Es liegt kurz vor den Toren der Stadt Halmstad und die Fahrtzeit beträgt für uns normalerweise nur 1 Stunde und 15 Minuten. Aufgrund vieler komplett vereister Straßen haben wir deutlich länger gebraucht. Es hat sich aber gelohnt. Obwohl es Samstagnachmittag war, haben wir nur eine Handvoll Leute getroffen. Davon hatten wiederum nur zwei Hunde dabei und die Hundehalter haben sich glücklicherweise an die Regeln gehalten: Hunde sind an dem Strand zwar erlaubt, müssen aber an der Leine bleiben. Es war einfach herrlich. Kilometerlanger Sandstrand, Dünen, Meeresluft und Sonne. Aber sieh selbst:

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