Meine Sicht verschwimmt. Meine Augen füllen sich mit Tränen. Nicht vor Kummer, sondern vor Freude und Glück. Mein Hund Alex und ich schlendern über den hellen Sand des Hundestrandes Pottloch in Schleswig-Holstein. Alex Ohren stellen sich auf: Ein Zeichen dafür, dass es recht windig ist. Immer wieder piksen Sandkörner meine Haut, aber das ungewollte Peeling stört mich nicht. Ich bin einfach nur glücklich: Denn ich bin mit meinem Liebsten bei meiner zweiten Liebe – dem Meer.
Schon öfter habe ich geschrieben, welch Wirkung Wasser und insbesondere das Meer auf mich haben (zum Beispiel in meinen Artikeln „Die Kraft der Ostsee“ und „Kraft tanken am Lieblingsort“). Es beruhigt, entspannt und fährt innerhalb weniger Sekunden mein komplettes Nervensystem herunter. Das geht nicht nur mir so, sondern auch einigen anderen Menschen. Die positiven Wirkungen von Wasser beziehungsweise Meer, Seen und Flüssen konnten auch bereits von einigen wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden. Aber das spielt für mich keine Rolle, denn ich fühle es einfach jedes Mal. Und dieses Mal ganz besonders.
Der Teenager Ostsee
Der Hundestrand geht nahtlos in den normalen Strand über und dort sehe ich ein paar Menschen spazieren. Auf der Ostsee springt ein Kitesurfer von Welle zu Welle. Manchmal liegt die Ostsee ganz ruhig da, heute zeigt sie sich aber etwas wilder. Auch das kann sie gut, manchmal sogar noch deutlicher, indem sie über die Ufer läuft. Im Vergleich zu anderen Meeren könnte man sie als Teenager bezeichnen, auch wenn sie vor rund 12.000 Jahren entstand, als der etwa 3.000 Meter große Eispanzer schmolz. Die Nordsee gibt es beispielsweise schon seit gut 180 Millionen Jahren.


Meine Zehen versinken im Sand. Das Wasser rauscht über meine Füße, sodass ein kühles Gefühl meinen Körper hinaufzieht. Mein Hund Alex hält lieber etwas Abstand. Er möchte dieses Mal keine nassen Pfoten haben. Schließlich ist der Sommer vorbei und er braucht keine Abkühlung. Ich schaue zum Horizont. In meinen Ohren rauschen die Wellen gewaltig. Sonst nichts.
Nur wenn ich Alex anschaue, empfinde ich solch eine tiefe Freude. Ansonsten kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so überglücklich war. Die letzten Jahre und insbesondere dieses waren hart. Es waren zwar auch viele schöne Momente dabei, auch mit Freudentränen und vor allem mit Alex, aber endlich wieder am Meer zu sein, toppt sie fast alle. Nur Alex an meiner Seite zu haben, bleibt mit Abstand die unangefochtene Nummer Eins. Zumal es auch anders hätte sein können (mehr über unsere Herausforderungen der letzten Jahre erfährst Du in meinen Blogartikeln „Schlaflos im Zelt mit Hund“ „Nur ein einfacher Forstweg“ „Endlich wieder wandern mit Hund“ Erste Hilfe am Hund: „Blutung stillen mit Druckverband“ und „Das Ende der Mohnblüte“).
Hundefreundliche Ferienwohnung in Dollerup
Vor zwei Tagen sind wir spätabends in der Gemeinde Dollerup im Kreis Schleswig-Flensburg angekommen. Lange war nicht klar, ob wir den Kurztrip machen oder nicht. Doch ich habe ein Vorstellungsgespräch in Flensburg und das möchte ich gerne wahrnehmen. Deshalb klappt es irgendwie. Die Ferienwohnung Fehrsland 2 von Christine ist traumhaft schön. Der Schlafplatz in der oberen Etage wäre zwar mein Favorit, aber die Stufen aus Holz schafft Alex nicht: Sie sind einfach zu steil. Aber auch das kleinere Schlafzimmer gefällt mir. (Die Unterkunft habe ich hier bei Airbnb entdeckt.)




Das Vorstellungsgespräch lief ganz gut und danach schlendere ich noch etwas durch Flensburg, während Alex brav in der Ferienwohnung wartet. Die kreisfreie Stadt liegt direkt an der dänischen Grenze und so dürfte es kaum verwundern, dass sie offiziell zweisprachig ist – deutsch und dänisch. Rund 90.000 Einwohner leben in der kreisfreien Stadt in Schleswig-Holstein. Im 18./19. Jahrhundert war hier der Rumhandel stark ausgeprägt, sodass sie teils als Rumstadt bezeichnet wird. Oder als Bierstadt. Schließlich kommt hier das Flensburger Pilsener her, kurz Flens. In der Innenstadt kaufe ich mir aber lieber Fish & Chips und gehe damit zum Hafen.
Dort lässt sich der Flensburger Slogan „Zwischen Himmel und Förde“ quasi erleben. Mit etwas Fantasie kann man auch die Grenze von Deutschland und Dänemark sehen, denn die verläuft in der Flensburger Förde. Flensburg samt Hafen gefällt mir ganz gut, aber ich möchte lieber Zeit mit meinem Hund verbringen. Also fahre ich wieder nach Dollerup zurück. Essen für Alex und erst noch etwas ausruhen. Dann machen wir uns auf nach Habernis.
Hundestrand und Moor bei Habernis
Dort entdecke ich den Hundestrand Neukirchen, den wir für uns allein haben. Natürlich freue ich mich, schon hier wieder am Wasser zu sein. Wobei ich die richtige Freude erst am Folgetag bei Kronsgaard erlebe. Aber auch hier an der Außenförde gefällt es mir. Alex schnüffelt sich von Seetang zu Seetang und von Strauch zu Strauch. Seine Rute schwingt locker hin und her. Es sind nicht viele Schritte – vielleicht hundert – und schon haben wir das Ende des Hundestrandes erreicht. Da es nicht weitergeht, drehen wir wieder um.



Am Parkplatz bei der Schleuse Neukirchen/Habernis führen verschiedene Wanderwege vorbei. Wir begeben uns auf einen, der uns ins Habernisser Moor führt. An einem kleinen Bach entlang, vorbei an Gräsern und Blumen, über Feuchtwiesen. Die Sonne küsst bald den Boden. Es dämmert, aber ein bisschen möchte ich noch mit meinem Hund wandern. Seine Pfoten heben und senken sich aber immer nur zwei- bis dreimal, dann verharren sie wieder auf dem Wanderweg.
Die neuen Gerüche nehmen Alex voll und ganz in ihren Bann. Ich beobachte ihn, wie er seine Hundenase zwischen die Halme drückt. Wie sich sein Nasenrücken kräuselt, um ja jedes Detail einzusaugen. Es zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht und erfüllt meinen Körper mit einem wohligen Gefühl, wenn er so interessiert und scheinbar fröhlich die Umgebung entdeckt. Moore und Feuchtwiesen sind empfindliche Lebensräume, in denen verschiedene Tiere leben, brüten und/oder rasten. Deshalb gilt hier: Stets auf den Wegen bleiben und Hunde an der Leine lassen! Daran halten wir uns selbstverständlich.
Nasse Füße und Pfoten
Eine große Pfütze versperrt uns den Weg. Der Bach hat den Wanderweg gänzlich eingenommen. Meine Gummistiefel liegen gut und trocken im Kofferraum. Trotzdem will ich es wagen. Schließlich will ich schauen, ob es in ein Wäldchen geht oder ob die Bäume weiter hinten nur ein Grüppchen bilden. Als mein Fuß zum dritten Mal den Boden berührt, versinke ich im Wasser. Trotzdem gebe ich noch nicht auf, muss mir aber vier Schritte später eingestehen, dass wir umdrehen sollten. Es sei denn, ich will komplett nasse Füße haben – und das will ich an diesem frischen Herbsttag nicht. Schade, zu gerne hätte ich auch noch den Bohlenweg durchs Sumpfmoor mit meinem Hund erkundet. Trotzdem war die Mini-Wanderung schön und so kehren wir beseelt zurück zur Ferienwohnung.
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Am nächsten Tag machen mein Hund und ich uns auf zum Nordschauwald zwischen Geltinger-Birk und Wackerbalig. Die Äste tanzen expressiv im Wind. Mancher würde vielleicht sagen, es stürmt, aber wie hieß es einmal in einer Werbung des NDRs: „Sturm ist, wenn die Schafe keine Locken mehr haben.“ Zwar sehe ich keine Schafe, aber Alex Ohrenspitzen hängen noch. Mein Indiz für die Windstärke. Während wir durch den Nordschauwald wandern, frage ich mich trotzdem zwischendurch, ob es schlau ist, bei dem Wetter durch den Wald zu wandern. Aber umdrehen tun wir nicht. Wir wandern immer weiter. Stück für Stück mit vielen Schnüffelpausen. Der kleine Küstenwald liegt an der Flensburger Förde und bietet verschiedene kleine Wanderwege. Wir wandern parallel zum Hauptweg auf einem schmaleren Pfad, der aus Waldboden besteht. Am Wegesrand tauchen immer wieder Informationsschilder auf, die über die Natur informieren.
Ab an die Leine
Wie in ganz Schleswig-Holstein gilt auch in Nordschauwald das ganze Jahr über Leinenpflicht. Wenn man gegen die Leinenpflicht verstößt, kann es in dem nördlichsten Bundesland von Deutschland ganz schön teuer werden. Die Höhe des Bußgeldes hängt von der Kommune ab und manche sind besonders hoch. Bis zu 10.000 Euro sind möglich. Für mich und meinen Hetzjäger kein Problem. Schließlich gehört bei uns die (Schlepp-)Leine eh zu jedem Waldbesuch dazu. Manche Bereiche im Norschauwald sind aber sogar ganz für Hunde gesperrt, deshalb immer auf die Schilder achten.




Kann ich mit meinem Hund in Schleswig-Holstein wohnen? Ist das Wald genug? Diese Fragen beschäftigen mich immer wieder. Auch wenn ich den Job eigentlich schon für mich abgehakt habe. An sich wäre er okay, aber die Präsenzpflicht von 60 Prozent war mir von Anfang an ein Dorn im Auge. Außerdem müssen es selbst bei Teilzeit mindestens 80 Prozent sein. Dann müsste ich Alex und Hund im Gepäck wieder etwas hinten anstellen und das möchte ich einfach nicht nochmal. Das bekommt mir nicht und dafür habe ich schließlich keinen Hund, um ihn alleine zu lassen oder ständig bei anderen Leuten.
Wanderpause mit Hund auf dem Deich
Wir verlassen den Wald. Treffen auf andere Menschen mit Hunden, die rücksichtsvoll und ganz von alleine ihren Hund anleinen oder Abstand halten. Trotzdem kommt man kurz ins Gespräch. An der Flensburger Förde angelangt, machen wir eine Pause auf dem Deich. Ich tanke meine Batterien auf. Starre einfach nur aufs Blau und freue mich. Die große Wanderung am Wasser entlang spare ich uns oder besser gesagt Alex. An manchen Tagen schafft er zwar noch locker acht Kilometer oder etwas mehr, aber ich will ihn nicht überfordern. Schließlich möchte ich morgen auch noch ein bisschen den Kreis Schleswig-Flensburg mit Hund entdecken und der heutige Tag hat auch noch mehrere Stunden übrig.
Auf dem Rückweg schließen wir uns einem Mann mit Hund an. Er stammt nicht von hier, sondern ist vor einigen Jahren mit seiner Frau und Hund aus Nordrhein-Westfalen hergezogen. Darüber unterhalten wir uns, genauso wie über unsere Hunde und über Hundestrände, während wir uns über den Pfad durch den Wald schlängeln. Als wir auf einem breiten Waldweg ankommen, trennen sich unsere Wege. Alex und ich wandern zurück zum Parkplatz Nordschauwald. Insgesamt waren das dann etwa viereinhalb Kilometer.





Der Mann hat mir den Hundestrand Pottloch bei Kronsgaard empfohlen – also auf geht es. Der Parkplatz befindet sich kurz vor der Ostsee direkt am Badestrand. Darauf sind Hunde allerdings nicht erlaubt. Deshalb wandern wir den Sandweg an der kleinen Düne entlang. Um nach etwa zweihundert Metern den hellen Sand des Hundestrandes mit unseren Pfoten und Füßen zu erobern. Im Sommer ist hier bestimmt viel los, aber an diesem späten Septembertag haben wir den Ostseestrand zunächst für uns allein. Herrlich!
Das ist die perfekte Welle – äh der perfekte Tag
Die Ostsee ist zwar insgesamt ein kleines Meer, aber als Brackwasser Spitzenreiter auf der ganzen Erde – sprich das größte. Brackwasser klingt unappetitlich, wie ich finde, aber es bedeutet einfach nur, dass es sich aus Süß- und Salzwasser zusammenmischt. Meine Heimat Bremen liegt zwar näher an der Nordsee, aber die Ostsee kenne ich ebenfalls von klein auf. Verrat es nicht der Nordsee, aber ich mag die Ostsee um einiges lieber. Sie ist für mich eben eine Liebe, die nie vergeht. Deshalb bleiben meine Augen den ganzen Besuch über vor Freude etwas feucht.
Was für ein perfekter Tag. Gut geschlafen, was eher selten vorkommt, die Wanderung mit Hund durch den Nordschauwald, entspannte Hundebegegnungen mit rücksichtsvollen Hundehaltern und nun noch meine Liebe, die Ostsee, mit meinem Hund genießen. Ein Glück war es so ein toller Tag, der mir die folgenden Tage vermutlich stark erleichtert und das Gefühl von Ungerechtigkeit schnell weichen lässt (mehr erfährst Du im kommenden Blogartikel). Aber zuvor verbringen Alex und ich noch einen tollen Tag im Kreis Schleswig-Flensburg.
Noch mehr Wald in Schleswig-Holstein
Eigentlich steht unser letzter Urlaubstag an. Ich liebe nicht nur das Meer, sondern auch den Wald. Durch unsere Zeit in Baden-Württemberg und nun in Hessen an der thüringischen Grenze bin ich in Sachen Wald sehr verwöhnt. Etwa 43 Prozent von Hessen bestehen aus Wald. Das Bundesland zählt damit mit zu den waldreichsten in Deutschland. Auf Schleswig-Holstein trifft das genaue Gegenteil zu. Mit rund 11 Prozent ist es sogar das waldärmste Bundesland in Deutschland. Deshalb zweifle ich auch etwas, ob das der richtige Wohnort für meinen Hund und mich sein kann. Den Urlaub am Meer zu verbringen, damit kann ich leben, aber keinen Wald in der Nähe zu haben, wohl eher nicht. Aber Schleswig-Holstein überrascht dann doch etwas. Alex und ich steigen aus dem Auto aus, um die Fröruper Berge zu erkunden.




Dabei handelt es sich um ein Schutzgebiet, das 940 Hektar misst. Die Fröruper Berge befinden sich etwa 12 Kilometer südlich von Flensburg zwischen Oeversee und Großolt. Die Wald-, Moor- und Heidelandschaft lässt sich über verschiedene Wanderwege erkunden. Wir folgen aber keinen Wegweisern, sondern wandern auf schmalen, braunen Pfaden einfach drauflos – bergauf und bergab. Das Gebiet ist ganz nach meinem Geschmack. Denn obwohl ich als Bremerin eine Flachlandindianerin bin, ziehe ich hügelige Gebiete definitiv vor. Nur vereinzelt treffen wir jemanden, aber nur zu Beginn unserer kleinen Wanderung. Ansonsten haben wir die Pfade und Waldwege für uns.
Müde Pfoten -> nur eine kleine Wanderung mit Hund
Alex zeigt sich nicht ganz so interessiert wie am Tag zuvor, aber auch hier muss er zwischendurch seine Nase zwischen die Halme und Sträucher stecken. Seine Pfoten heben und senken sich heute etwas langsamer und mir wird schnell klar, dass wir nur eine kleine Runde durch die Fröruper Berge drehen. Auch wenn ich gerne das Gebiet noch weiter erwandern würde, die Gesundheit von Alex geht vor. Den Schaukelstuhl, den mir meine Wanderapp anzeigt, möchte ich aber gerne sehen. Meine Mundwinkel gehen beim Anblick nach oben. Ich hatte ein extra gebautes Kunstwerk oder dergleichen erwartet. Stattdessen hängt ein ganz normaler Stuhl an einem Baum. Witzig, aber es macht nicht den stabilsten Eindruck, deshalb nehme ich lieber keinen Platz. Unsere Wanderung führt uns größtenteils an Laubbäumen vorbei, die bisher nur vereinzelt die ersten Blätter fallen lassen. Die meisten strahlen noch in vollem Grün an den Ästen.
Wir landen auf einer asphaltierten Straße, der wir ein Stückchen folgen. Die erste Abzweigung nehmen wir. Mein Hund und ich wandern leicht bergauf und steigen zwischendurch über Baumwurzeln, die sich ihren Weg durch den Waldboden bahnen. Die Steigung nimmt etwas zu, als wir zwischen fast kniehohen Gräsern wandern. Dieser Abschnitt wird wohl nicht so oft gegangen. Dann haben wir die Wahl: links oder rechts. Da ich den Abstecher zur Aussichtsplattform Fröruper Berge machen möchte, wandern wir nach links. Noch einmal abbiegen und schon sehe ich den Holzbau. Dafür interessiert sich auch Alex. Er schnüffelt die Bretter ausgiebig ab. Mein Blick schweift einen Moment über die Wiesen bis zu den Bäumen. Dann begeben wir uns auf den Rückweg zum Auto.
Vorsicht giftig
Die Fröruper Berge sind Teil des Naturschutzgebietes Obere Treenelandschaft. In der Flusslandschaft der Oberen Treene gibt es ein ausgewiesenes Schutzgebiet für Kreuzottern (Düne beim Treßsee). Es gibt noch eine zweite Population. Das Gebiet reicht vom Großsolter Moor bis zum Süderschmedebyer Moor. Farblich gibt es verschiedene Varianten, aber bei allen fällt das dunkle Zickzackmuster auf dem Rücken auf. Bei der Kreuzotter handelt es sich um die einzige giftige Schlangenart, die es in Deutschland gibt. Nicht nur in diesem Gebiet in Schleswig-Holstein, sondern auch in anderen, wie beispielsweise in der Lüneburger Heide, auf der Schwäbischen Alb und teils im Thüringer Wald. Kreuzottern bevorzugen feuchte Gebiete mit ausreichend Sonnenstrahlen. Deshalb leben sie oft in Moor- und Heidegebieten, aber auch am sonnigen Waldrand. Sie sind eher scheu, können aber bei drohender Gefahr zubeißen. Oft geben die Kreuzottern auch nicht das ganze Gift ab oder sogar gar keins. Schließlich dauert es, bis sie es hergestellt haben, und sie brauchen es um ihr Futter zu erlegen. Für einen gesunden Erwachsenen ist das Gift recht ungefährlich, sofern keine allergischen Reaktionen auftreten. Allerdings sollte man nach einem Biss einer Kreuzotter immer sofort einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch für Hunde. Je nach Größe, Gesundheitszustand, Alter, Bissstelle und Giftmenge können die Auswirkungen unterschiedlich ausfallen – von keine Beschwerden bis tödlich. Es gibt zwar ein Gegengift, aber dazu gibt es unterschiedliche Meinungen von Tierärzten: Manche haben sehr gute Erfahrungen damit, manche weniger gute. Es soll nicht in jeder Tierarztpraxis erhältlich sein, aber es wird wohl auch nicht bei jedem Biss benötigt.
Wir begegnen zum Glück keiner Kreuzotter. Statt zum Tierarzt fahren wir somit weiter durch Schleswig-Holstein, um uns die Region rund um Flensburg anzuschauen. Einen für heute letzten Stopp habe ich natürlich noch im Visier: die Halbinsel Holnis. Allerdings reicht es für Alex an Bewegung. Ich will auch gar nicht mehr groß mit ihm spazieren oder gar wandern, sondern lediglich einen Stopp im Café beim Ostseecamp Glücksburg-Holnis machen.
Da ich auf Toilette muss und ich Alex nicht alleine draußen warten lassen möchte, muss er mit hinein. Mittlerweile stresst ihn das deutlich weniger als früher, aber seine Rute senkt sich tiefer als normal. Also, es begeistert ihn nicht gerade, muss es aber auch nicht. Ich beeile mich und dann noch an die Theke: Denn draußen gibt es keine Bedienung.






Mit einem Milchkaffee und einem Stück Mandarinenschmandtorte gehen wir auf die Sandterrasse. Ich nehme im Strandkorb Platz und Alex legt sich vor meine Füße. Schlummern kann er hier nicht, weil es könnten sich ja Gefahren nähern. Deshalb beobachtet er die Promenade. Aber von großer Angst oder Unruhe fehlt glücklicherweise jede Spur – also es ist längst nicht mehr so wie in den ersten Jahren. Ein Grund mehr, weshalb ich mich freue. Trotzdem machen wir nur selten solche Ausflüge und wenn halte ich die möglichst kurz. Mein Genuss leidet darunter nicht. Danach noch ein paar Schritte auf der Promenade entlang, damit ich noch einmal auf das Wasser der Flensburger Förde schauen kann und wir fahren zurück nach Dollerup.
Ganz beseelt sitze ich abends auf dem Sofa. Genieße eine Weinschorle und Serien. Unsere letzte Nacht in Dollerup. Denke ich dort zumindest noch – vielleicht hätte ich es nicht zu sehr bedauern sollen. Denn wir müssen ungewollt zwei Nächte dranhängen. Wieso, weshalb, warum, erfährst Du im nächsten Blogartikel „Auf Freud folgt Leid“ (cooming soon).

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