Tierkommunikation Teil 2: Zehn Fragen, zehn Antworten

Wie ich im ersten Teil der Reihe Tierkommunikation erklärt habe, bin ich eine Realistin mit Hang zum Optimismus. Für mich existiert nur das, was ich sehe und fühle sowie die Gesetze der Natur. Dass sich das nicht mit dem Glauben an eine mögliche Tierkommunikation widerspricht, habe ich im ersten Teil der Reihe geschildert. Nun geht es aber darum, was ich von Alex wissen wollte und was er mir geantwortet hat. 

Ich muss diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen: Ich habe zwar kein Geld für die Beiträge bekommen, aber Jessica hat die Tierkommunikation für mich kostenlos durchgeführt und somit habe ich für die Veröffentlichung eine Gegenleistung erhalten, was wiederum eine Kennzeichnungt als Werbung erforderlich macht. Selbstverständlich wurde ich dadurch in keinster Weise beeinflusst (weder in meiner Meinung noch in dem Inhalt der Beiträge o.Ä.)!

Die Tierkommunikatorin Jessica von TIER-W-ISH schickte mir ein PDF zu, das mit einer Art Einleitung begann, in der sich Alex kurz vorstellt. Sie war sehr unterhaltsam und ich finde sie insgesamt sehr passend. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst: Alex bezeichnet sich demnach als ein „Rumtreiber“, der auch sehr lustig drauf sein kann und damit super zu seinem Chaos-Frauchen (ja so könnte man mich bezeichnen) passt. Er sagt auch, dass er mich liebt, was ich mir natürlich wünsche, aber ob das tatsächlich stimmt, weiß ich nicht. Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, dass er mich insgesamt total Scheiße findet, denn dann würde er wahrscheinlich keine Nähe zu mir suchen.

Kälte statt Wärme

Ihm gefällt an mir, dass ich auch mal alle Fünfe gerade sein lassen kann und dass ich, genau wie er, genießen kann, was beides definitiv stimmt. Er entspannt gerne mit mir zusammen, was ebenfalls richtig ist. Am liebsten macht er das (laut des PDFs) auf einer Wiese oder im Sand und genießt die Sonne sowie die Wärme, das stimmt nur zum Teil. Ich würde sagen, er liebt den Strand, wobei er da lieber drüber pest, und das mit der Wiese stimmt auch, aber Wärme und Sonne? Nein, das trifft nur auf mich zu. In Alex macht sich da der Husky in ihm stark bemerkbar. Er liebt den Winter. Wenn es kalt ist und Schnee liegt, dann scheint sein Herz noch einmal richtig aufzugehen. Selbst die Minus 17 Grad, die wir im letzten Winter hier in Ba-Wü hatten, konnten seine Freude nicht trüben und machten ihm nichts aus. Also hier der erste Punkt, der nicht zutrifft, aber das ließ und lässt mich nicht per se an der Glaubwürdigkeit zweifeln. Warum, erfährst Du noch.

Alex erzählt in dem Zusammenhang noch von einer Person, die er mal kannte, bei der es immer nur um Stress, Arbeit und Geld verdienen ging. Er ist froh, dass er die los ist. Ich musste zwar etwas überlegen, aber mir würden tatsächlich zwei Personen einfallen, auf die das zutrifft. Mein Freund meinte dazu nur, dass jeder so eine Person kenne. Mag sein, aber für mich heißt das nicht gleich, dass die Antworten ausgedacht sind.

Alex wünscht sich zu Hause mehr Ruhe

Unser Zuhause mag Alex insgesamt. Allerdings sei es hier nicht immer so entspannt, weil oft von früh bis spät „gewerkelt“ werden würde. Manchmal gehe ihm das so auf die Nerven, dass er Randale macht. Er würde sich wünschen, dass es hier öfter so entspannt wäre wie unterwegs. Diese Antwort hatte mich zunächst komplett überrascht, da wir des Öfteren einfach nur faul zusammen im Bett liegen. Das wir das regelmäßig machen, ist mir inzwischen sehr wichtig, denn so kommt Alex am besten zur Ruhe und schläft auch mal richtig tief und fest – inklusive den süßen Pfoten- und Mundbewegungen sowie Schmatz-, Brumm- und/oder Knurrgeräuschen. Außerdem bewohnen nur wir plus einem ruhigen Mitbewohner die Wohnung.

Auch die Nachbarn sind größtenteils sehr ruhig, es sei denn die Tochter, ist allein zu Haus und dreht die Boxen auf. Also, diese Aussage kann nicht stimmen oder doch? Woher soll das kommen? Nur meine Freunde, Familie und vielleicht manch Arbeitskollege wissen von der zu lauten Musik. Auf meinem Blog oder in den sozialen Medien kein Wort davon. Wurde das einfach nur geraten? Je länger ich darüber nachdachte, umso klarer wurde es mir. Es muss sich ja gar nicht auf die Lautstärke oder den Krach wie bei einer Renovierung beziehen, sondern es kann auch anders stressig sein.

Anders betrachtet, ergibt es Sinn

Schon vor meiner Selbstständigkeit habe ich viel zu Hause gearbeitet. Erst als ich meinen Blog ins Leben gerufen habe und dann noch mehr, als ich mich entschieden habe, wieder als Freie Journalistin zu arbeiten. Es kommt öfter vor, dass ich von früh bis spät arbeite. Manches Mal bin ich auch sehr gestresst (seitdem ich komplett selbstständig bin, kommt das zum Glück seltener vor) und das überträgt sich immer gleich auf Alex. Und in der Tat in solchen Fällen kommt der Schäferhund in ihm hervor beziehungsweise der besondere Wach- und Schutztrieb. Also ergab auch diese Aussage auf einmal mehr Sinn.

Nach Alex Vorstellung folgte der Bodyscan: alles in Ordnung. Wissen kann man das vielleicht nicht unbedingt zu hundert Prozent, aber Alex macht auf mich nicht den Eindruck, als würde ihm körperlich irgendetwas fehlen. Nur sein extremes Haaren hat mich zwischenzeitlich beunruhigt, aber unser Tierarzt gab Entwarnung. Also kann es weiter gehen mit den Fragen.

1. Was machst Du am liebsten?

Das kann ich so unterzeichnen! Natürlich kann ich es nicht mit absoluter Sicherheit sagen, aber das ist meiner Meinung nach, Alex absolute Lieblingsbeschäftigung. Wahrscheinlich würde fast jeder, der Alex gut kennt, das gleiche sagen. Allerdings muss ich hier einräumen, dass ich das definitiv schon in einem Beitrag auf meinem Blog geschrieben habe (auch wenn ich nicht genau weiß, in welchem) und wahrscheinlich habe ich es auch schon auf Facebook erwähnt.

2. Was magst Du nicht?

Das hat mich überrascht. Ich hatte mit einer anderen Antwort gerechnet, die ich definitiv als wahr abgetan hätte, und zwar: Kinder. Stattdessen gibt es Fisch!? Hm. Eine Zeit lang hat Alex so bestimmte Fischleckerlis gerne gefressen, inzwischen findet er sie allerdings nicht mehr so spannend. Das der Gestank ihn stört, kann ich mir nur schwer vorstellen, da er sich gerne in allem ekligen wälzt und ein toter Fisch war auch schon unter ihm. Und warum ausgerechnet Makrelen? Keine Ahnung!

Dass er kleine Hunde doof finden soll, hat mich auch etwas überrascht. Wenn wir auf welche treffen, macht er nie Probleme, selbst wenn die ihn wie blöd anpöbeln. Bei großen Hunden kann das hingegen ganz anders aussehen. Auch sein Kontaktbedürfnis unterscheidet sich: Zu kleinen muss/will er nicht unbedingt, zu den großen meistens schon. Somit könnte es stimmen, dass Alex kleine Hunde doof findet und deswegen so reagiert, muss es aber natürlich nicht. 

3. Bist Du glücklich und zufrieden? (Wenn nicht, warum nicht?)

Die Antwort hat mich natürlich gar nicht überrascht. Zugegeben ich hatte etwas Angst vor dieser Antwort oder vielmehr davor, dass sie negativ ausfällt. Aber selbst wenn jemand nicht mit Hunden sprechen kann, warum sollte er dann sagen, dass der Hund unglücklich sei? Das einzige, das ich mir vorstellen kann, dass eine ähnliche Antwort folgt wie hier: „Also an sich schon, aber ich wäre noch glücklicher, wenn…“ Denn das dürfte eines der sensibelsten Themen für Tierbesitzer sein. Wer möchte schon hören, dass sein Tier unglücklich ist? Vermutlich niemand. Und so würde sich ein Tierkommunikator der Gefahr aussetzen, als Scharlatan bezeichnet zu werden oder anderweitig angegriffen zu werden, wenn er sagt, der Hund sei nicht glücklich. Oder?

4. Was hältst Du davon, wenn irgendwann ein weiterer Hund bei uns einzieht?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Alex keinen zweiten Hund im Haus möchte. Zu Beginn sah das sicherlich anders aus. Er braucht Kontakt zu anderen Hunden (wie die meisten) und er scheint auch gerne ein Teil eines Rudels zu sein, dass nicht nur aus mir und ihm besteht. Doch je länger wir zu zweit waren, umso eifersüchtiger wurde er. Mit anderen Hunden „darf“ ich mich nur bedingt beschäftigen. Er bellt, knurrt und beißt zwar nicht, aber er drängelt sich dann gerne dazwischen. Bei Futter kann es aber auch mal Knatsch geben. Und inzwischen ist er schon sehr auf mich bezogen, was eventuell dadurch verstärkt wird, dass ich der erste Mensch bin, mit dem er eine Beziehung aufgebaut hat beziehungsweise zu dem er richtigen Kontakt hatte. Die Antwort würde ich als wahr einstufen, auch wenn ich es natürlich nicht hundertprozentig wissen kann.

5. Was wünscht Du Dir?

Als ich das gelesen habe, habe ich sofort „das stimmt nicht“ gerufen. Kurzzeitig dachte ich, einen Beweis gefunden zu haben, dass das mit der Tierkommunikation alles Blödsinn ist. Wie weiter oben schon angedeutet, Alex mag keine Kinder beziehungsweise er hat sehr große Angst vor ihnen. Und es bedarf keiner großen Recherche, das herauszufinden, denn ich erwähne es sicherlich regelmäßig. Ich habe viel Zeit und Geld in Hundetraining investiert, um unter anderem das Problem zu lösen. Pustekuchen. Das einzige, was wir hinbekommen haben, ist, dass er Kinder in seiner Nähe erträgt, die er besser kennt, wie zum Beispiel meine Nichte, die ihn sogar einmal streicheln durfte. Da wir aber inzwischen weiter weg wohnen und er sie, wenn überhaupt, nur noch ein paar Mal im Jahr sieht, hat sich das schon wieder verändert. Am liebsten würde Alex wahrscheinlich in einer kinderfreien Welt oder zumindest Gegend wohnen wollen, so meine Vermutung. Also eine Familie? Auf keinen Fall. Dennoch kamen mir später Zweifel.

6. Was stört Dich an mir?

Wieder eine Antwort, die mich nicht verwundert. Ja, ich bin manchmal zu hektisch, auch wenn ich mir dessen oft nicht bewusst bin. Und ja, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Alex sehr gegen den Zeiger geht. Zumal er das immer zeigt: Sobald ich unruhig bin, reagiert er auch noch unsicherer, ängstlicher und bellt mehr. Aber auch hier bedarf es keinen großen Aufwand, das über mich herauszufinden oder zumindest vermuten zu können.

7. Warum gibt es immer noch Situationen, in denen Du weglaufen willst, statt bei mir Schutz zu suchen?

Hier verhält es sich ähnlich wie mit der Antwort zuvor. Das stimmt, ich bin oft zu unsicher. Glücklicherweise kehre ich langsam zu meinem Selbstbewusstsein und meiner Selbstsicherheit zurück, die ich besaß, bevor Alex in mein Leben trat. Also ich kann mir gut vorstellen, dass das der Grund ist, warum er noch immer in bestimmten Situationen wegrennen will. Aber auch hier reicht es, einen meiner Artikel (zum Beispiel Wenn der Hund panisch wird: Ruhe finden die erste”) zu lesen und man könnte diese Antwort geben. Das heißt natürlich nicht, dass Jessica das auch getan hat.

8. Was kann ich tun, damit Deine Ängste weniger oder erträglicher werden?

Auch diese Antwort ist für mich alles andere als verwunderlich. Inzwischen ist es mir nicht nur bewusst, sondern auch ich versuche darauf zu achten, dass ich mich ruhig und souverän verhalte, vor allem in den Situationen, in denen Alex Angst hat. Leider war das nicht immer so und es klappt noch nicht jedes Mal, aber ich arbeite daran. So eine Aussage als Antwort zu geben, ist aber nicht schwer, zum Beispiel reicht es, wenn man folgenden Artikel von mir liest “Kampfansage an die Angst” oder sich ein bisschen Gedanken macht und sich mit Hunden auskennt. Genau wie bei den beiden anderen Fragen, war es mir dennoch wichtig sie zu stellen. Insbesondere um sicherzustellen, das ich auf dem richtigen Weg bin und nichts übersehe, sofern denn wirklich eine Kommunikation mit Alex stattgefunden hat.

9. Was ist nötig, damit Du mit dem Jagen aufhörst?

Diese Antwort hat mich am meisten schockiert und etwas erschüttert. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass wir dieses Problem in den Griff kriegen! Ich habe konkrete Vorstellungen von dem Zusammenleben von Hund und Mensch sowie von den Kennzeichen einer guten Beziehung, was sich meiner Meinung nach auch auf das Jagdverhalten auswirkt (damit es aber nicht zu sehr ausufert, gibt es dazu ein anderes Mal mehr). Und jetzt soll ich mich irren? Das kann nicht sein und das darf auch nicht sein! Hier habe ich inständig gehofft und tue es noch, dass die Antwort falsch ist. Aber nur weil ich das so will, heißt es ja noch lange nicht, das dem auch so ist.

10. Wie können wir ein super Team werden, das sich absolut vertraut und versteht?

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das wirklich die Antwort ist. Einfach machen ist doch in so vielen Dingen die Lösung und es ist oft genau das, woran es nicht nur mir, sondern sicherlich sehr vielen Menschen mangelt. Wir sind zu verkopft, machen uns zu viele Gedanken, wollen immer irgendwelche Sicherheiten, uns irgendwo auch nicht festlegen, aus Angst etwas falsch zu machen, etwas zu verpassen oder zu bereuen. Natürlich trifft das auf die einen mehr und auf die anderen weniger zu. Wer „einfach macht“ ist oft erfolgreicher, egal in welcher Lebenslage oder Situation, zumindest ist das meine Erfahrung. In einigen Fällen gelingt mir das sehr gut, aber in manchen nicht. Wenn es um Alex geht, fällt es mir besonders schwer, wie ich in einem Artikel für mein Projekt Tierische Helfer (“Von der Dankbarkeit und der Traurigkeit, die bleibt”) geschrieben habe, habe ich mich zu einem Helikopterfrauchen entwickelt. Zwar entferne ich mich immer mehr davon, aber nur ganz langsam. Also in diesem Punkt kann ich oft nicht einfach machen und dann auch noch authentisch und entspannt sein. Ob diese Antwort tatsächlich die Lösung ist, weiß ich nicht, aber ich werde versuchen sie zu überprüfen. 

Abschließend hat Jessica Alex noch Folgendes gefragt:

Alle Fragen sind beantwortet, na ja eigentlich nicht, denn es stellt sich immer noch die Frage, hat Jessica tatsächlich mit Alex gesprochen oder nicht? Für meinen Freund war sofort klar, nachdem ich ihm das PDF vorgelesen hatte, dass die Antwort „nein“ lautet. Für mich ist es nicht so leicht und klar gewesen, aber auf mein Fazit und Jessicas Rückmeldung in Bezug auf meine Zweifel, musst Du leider noch ein paar Tage warten.

Bis dahin freue ich mich aber sehr, wenn Du mir verrätst, was Du Deinen Hund gefragt hättest? Oder vielleicht hast Du ja auch schon Erfahrungen mit Tierkommunikation gesammelt?

 

Hier geht es zum ersten Teil der Reihe Tierkommunikation und meiner Sicht der Dinge.

Wenn Du mehr über das Thema Tierkommunikation und Jessica erfahren möchtest, schau einfach auf ihrer Website TIER-W-ISH vorbei.

2 Comments

  1. Puh, spannende Antworten auf vielen Ebenen. Schwierig finde ich die Stimme der Tierkommunikatorin, die natürlich auch eine tatsächliche Kommunikation färben würde. An vielen Stellen merkte ich, dass ich den selben Eindruck von Alex gewann wie von Moe, da sie ja der gemeinsame Nenner ist. Ich bin gespannt auf dein Fazit. Mein Fazit wäre – alles und nichts.
    Herzliche Grüße
    Stephie

    • Anni Antworten

      Liebe Stephie,
      ja, ich stimme Dir zu, dass die Stimme der Tierkommunikatorin mitfärben würde, aber das lässt sich kaum vermeiden, denke ich. Die Antworten von Moe habe ich mir extra nicht noch einmal angeschaut, um mich davon nicht beeinflussen zu lassen. Natürlich erinnere ich mich noch an einiges, aber nicht mehr an alles und auch nicht an den genauen Wortlaut, aber jetzt, wo die ersten beiden Teile schon fertig sind und der dritte Teil so gut wie, werfe ich noch einmal einen Blick darauf. Also, danke für den Hinweis und Deine Einschätzung! Ein paar Dinge haben die beiden sicherlich gemeinsam, zumindest soweit ich Moe über Nicoles Blog kenne, aber ich würde auch sagen, dass sie zum Teil total unterschiedlich sind, deshalb bin ich jetzt auch noch einmal gespannt… Ich bitte noch um etwas Geduld, bis mein Fazit fertig ist, es fällt mir nämlich wirklich nicht sehr leicht.
      Liebe Grüße
      Anni

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