Rückblick 2018: Kurze Euphorie, tiefe Trauer und Hoffnung

Ich dachte, es wird mein Jahr. Ich dachte, ich komme meinem Traum endlich ein Stück näher, kann mich wieder mehr um meinen Blog kümmern und mein Projekt voranbringen. Ich dachte, dass Alex und ich noch mehr zusammenwachsen und uns endlich voll vertrauen. Schließlich war (ist) es das Jahr des Hundes – mein chinesisches Tierkreiszeichen. Es sollte mein Jahr werden – und dann kam alles anders…

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Kürzlich hat Carolin von Tierisch in Fahrt meinen letzten Jahresrückblick kommentiert und gefragt, ob ich wieder einen schreibe. Als ich zuvor darüber nachgedacht hatte, hatte ich mich dagegen entschieden. Bei dem letzten Rückblick und der Vorschau hatte ich mich auf die positiven Dinge konzentriert (zum Nachlesen geht es hier entlang: Ein Blick zurück und einen nach vorn), aber in diesem Jahr überwiegen die negativen, und zwar ganz eindeutig. Doch nach Carolins Kommentar habe ich noch einmal darüber nachgedacht.

Ich selbst mag keine Blogs, Podcast und Ähnliches, wo nur die guten Dinge behandelt werden. Viele versprechen einem die volle Zufriedenheit und Glück, aber lassen alles Schlechte weg oder unerwähnt. Klar, ich versuche, mich oft auf das Gute zu konzentrieren, aber es ist eben nicht immer alles Sonnenschein! Und genau das versuche ich regelmäßig zu zeigen. Auch wenn es manchmal schwer fällt, so wie dieses Mal wieder. Aber keine Sorge, es wird kein reiner Frust Beitrag. Denn ein paar schöne Momente hatte auch dieses Jahr für mich parat.

Mein Leben zerbricht

Wie bereits geschrieben, ich dachte es wird mein Jahr. Doch ich hätte es besser wissen müssen. 2017 endete schon blöd. Im Dezember hatte ich einen eigentlich sehr lächerlichen „Streit“, der dazu führte, dass ich mit der Person keinen Kontakt mehr habe. Ja, ich habe etwas überreagiert und trage meinen Teil dazu bei, aber diese vermeintliche Freundin hat mich komplett aus ihrem Leben gestrichen und mir nicht mal mehr die Chance gegeben mich zu entschuldigen. Das hat mich sehr getroffen und verletzt! Im Nachhinein bin ich ihr allerdings dankbar, weil ich dadurch wieder einiges gelernt habe…

Kurz vor Jahresende wurde ich dann noch krank und begann so das neue Jahr. Als ich mich wieder fing, wollte ich all die Erschöpfung und den Frust aus dem Vorjahr loswerden und endlich wieder durchstarten. Ich war total euphorisch und voller Energie – doch dann brach meine Welt völlig zusammen. In nur einer einzigen Nacht. Wie ich bereits hier und auch auf Facebook schrieb, ist mein Papa ganz plötzlich und unerwartet gestorben. Das hat mein Leben aus der Bahn geworfen. Es ging sogar soweit, dass Alex mich mied und nicht mehr mit mehr raus wollte (mehr dazu gibt es hier: Erkenntnis des Tages: Warum mein Hund nicht mit mir laufen will).

Ich habe schon einiges erlebt, aber das hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Meine Gefühlswelt spielte verrückt. Da war natürlich die Trauer, Wut, Selbstvorwürfe, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, aber auch Dankbarkeit und die Todessehnsucht. Es war zwischendurch alles so sinnlos und ich habe meine leibliche Mutter verflucht. Nicht weil sie mich weggeben hat, sondern weil sie mich zur Welt gebracht hat.

Alex und ich 2018: Wir haben uns weit voneinander entfernt und doch wieder mehr zusammengefunden. Ich habe das Gefühl, dass wir uns ein Stück besser verstehen sowie kennengelernt haben und dass Alex mir in manchen Situationen mehr vertraut. Unsere Regeln sowie Aufgaben sind wieder klar definiert und sorgen hoffentlich bald wieder für ein zufriedeneres Leben sowie Miteinander.

Mir geht es inzwischen wieder deutlich besser, aber die Trauer ist noch regelmäßig mein Gast. Immer mal wieder ziehen dunkle Wolken auf. Dann wünsche ich mir nach wie vor, nie geboren worden zu sein. Das sich mein Gefühlschaos auch negativ auf Alex auswirkt, dürfte klar sein. Mein Traum von dem Super-Team habe ich zwar noch nicht aufgegeben, aber wir sind noch weit entfernt. Durch den ganzen Scheiß haben wir uns sogar wieder ein Stück weiter zurückbegeben.

Klar, es gab 2018 auch positive Momente für uns, die uns mehr zusammengeschweißt haben. Unsere Teilnahme beim Camp Canis zum Beispiel (mehr dazu gibt es hier: Camp Canis die erste oder unsere neue Liebe). Vor allem im Hoopes Park war es super, aber auch das gesamte Wochenende im Hunsrück war großartig (dazu gibt es bald mehr). Beim Mindwalk machen wir Fortschritte und Alex traut sich immer mehr. Das ist toll und ich freue mich jedes Mal wie ein Schneekönig!

Und regelmäßig grüßt der Aggro-Alex

Allerdings gibt es auch jetzt wieder Rückschritte. Beim letzten Training hat er sich auf fast kein Gerät getraut und hat gar nicht richtig mitgemacht, weil er ständig abgelenkt war. Außerdem ist er zur Zeit „aggressiver“ als sonst. Er bellt vermehrt andere Hunde an, aber auch Menschen. Ließ er sich sonst schnell beruhigen, hält sein Stresspegel noch ewig nach der Begegnung an. Er lässt sich durch rein gar nichts besänftigen und ehrlich gesagt, bin ich teilweise damit überfordert! Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll.

Wäre Alex nicht sieben Jahre alt und kastriert, könnte man meinen, er wäre in der Pubertät und testet gerade seine Grenzen sowie Macht. Vielleicht spielen tatsächlich seine Hormone verrückt!? Im Januar werde ich auf jeden Fall eine Blutuntersuchung machen lassen. Vor allem auch, weil ich die Fütterung geändert habe und kontrollieren möchte, ob dass die richtige für ihn ist. (Randnotiz: Die Probleme waren schon vor der Umstellung da).

Anni vom Floh besessen

Jedoch hoffe ich, dass er einfach nur etwas unausgelastet ist. Schließlich kam er in letzter Zeit etwas zu kurz. Ich war zu sehr mit mir beschäftigt, dann noch die Arbeit und kürzlich erfasste mich ein Flohwahn. Die Geschichte sei nur am Rande erwähnt. Auf meinem Arm saß auf einmal ein Riesenfloh. Erst hatte ich noch die Hoffnung, ich hätte mich getäuscht, denn das Vieh entkam und ich hatte Alex bereits tagelang davor täglich kontrolliert. Außerdem war es verhältnismäßig groß. Doch dann packte mich der Wahn.

Ich saugte täglich, besorgte ein pflanzliches Flohspray und für Alex Advantage. Eigentlich wollte ich solche Chemiekeulen meiden, aber ich drehte schier durch und Koskosöl schien nichts zu bringen. Ich habe insgesamt noch drei tote Flöhe gefunden. Ich konnte teilweise nicht mehr schlafen, habe all meine Sachen in Plastiktüten verstaut, mir Kieselgur, eine Tiefkühltruhe und einen Dampfreiniger besorgt. Über zwei Stunden habe ich täglich gesaugt, immer wieder alles eingesprüht und Alex mit dem Flohkamm behandelt. Es war weiter nichts und trotzdem machte es mich schier verrückt. Überall juckte es mich und jeder Punkt auf dem Fußboden wurde akribisch untersucht.

Insgesamt würde ich das Jahr leider eher als schlecht bewerten, das mich aber einiges gelehrt hat:

  1. Es ist nicht zu spät! (Egal für was, auch nicht für Alex und mich) 
  2. Eins nach dem anderen.
  3. Nichtstun ist zwischendurch enorm wichtig!
  4. Ich kenne Alex Gesundheitszustand nicht ausreichend genug.
  5. Es kommt nicht darauf an, etwas sehr gut zu machen, sondern es überhaupt zu machen.
  6. Das Leben hat nur einen Sinn, wenn wir ihm einen geben.
  7. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie sorgt nur dafür, dass der Schmerz erträglicher wird bzw. nicht andauernd überhand gewinnt.
  8. Die Gesundheit ist das Wichtigste Gut im Leben.

Zwischenzeitlich befürchtete ich, dass Alex schon seit Wochen mit den Parasiten zu kämpfen hat und meine Wohnung die Heimat von tausenden, wenn nicht sogar Millionen, von Flöhen ist. Ich sag ja, ich war im absoluten Wahn! Inzwischen bin ich mir sicher, dass wir nicht wochenlang Flöhe hatten. Ich glaube sogar, dass Alex gar keine hatte. Denn ich konnte nicht einmal Flohkot auf ihm finden oder irgendeine andere Spur. Vermutlich habe ich Eier mitgeschleppt, die dann hier geschlüpft sind…

Regelmäßiger Bodycheck beim Hund

Langsam habe ich mich wieder beruhigt, putze und sprühe aber trotzdem noch fleißig. Es hat aber auch etwas Gutes, denn ich habe so mal wieder ausgemistet. Außerdem ist mir dadurch aufgefallen, wie selten ich Alex eigentlich „untersuche“. Seit ein paar Wochen gehört nun der Bodycheck zu unserem Alltag. Nachdem ich ihm beim Ziehen einer Zecke mal verletzt habe, ließ er sich nicht mehr gerne von mir genauer begutachten. Deswegen übe ich jetzt regelmäßig mit ihm. Je nachdem welche Stelle ich kontrolliere, bekommt er entweder währenddessen oder danach etwas Kokosöl oder eine andere Leckerei. Inzwischen akzeptiert er es. Bodycheck bedeutet bei mir, dass ich Alex kompletten Hundekörper samt Fell, Ohren, Augen und Mund absuche sowie abtaste.

Unsere Hunderunden und auch sonstigen Aktivitäten wie Tricksen und Futtersuche litten unter anderem durch diesen Putzwahn. Hinzu kommt, dass ich noch immer nicht ganz ausgeglichen bin und Alex gegenüber etwas zu inkonsequent und vielleicht lasch bin (bitte nicht falsch verstehen, ich bin gegen Gewalt und glaube auch nicht, dass das Herrchen/Frauchen das absolute Sagen haben muss, an das Alphatier oder dergleichen, aber Konsequenz und Grenzen finde ich wichtig. Vielleicht dazu ein anderes mal mehr.). Ich hoffe sehr, dass in diesen Punkten Alex momentane Auffälligkeiten begründet sind und nicht in einer Erkrankung. Das klärt sich sicherlich bald.

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Du siehst, es war einiges los und hinzu kommen noch all die normalen Lästigkeiten, wie ein kaputtes Auto, körperliche Wehwehchen, Geldprobleme, Ärger über Kunden und einiges mehr. Bis auf unsere Teilnahme am Camp Canis habe ich auch keinen unserer Pläne befolgen können. Ich hoffe, dass wir dann vielleicht nächstes oder wahrscheinlich eher übernächstes Jahr unseren Roadtrip durch Tschechien und Polen nachholen können. Auch der Kocher-Jagst-Trail wartet noch auf uns, aber eventuell muss er das noch etwas. Zwar versuche ich, nicht mehr groß zu planen (schließlich kommt es meist eh anders), aber ganz lassen, kann ich es doch nicht.

2019: Ganz ohne Pläne geht es nicht

Wir sind wieder fürs Camp Canis angemeldet. Carolin von Tierisch in Fahrt und Stephie von The Pell-Mell Pack möchte ich gerne im nächsten Jahr endlich persönlich treffen – natürlich mit ihren Vierbeinern. Reisemäßig plane ich erstmal nicht großartig, weil gerade in dem Punkt sich immer viel geändert hat. Vermutlich werden Alex und ich eher spontan kurze Trips machen.

Wandern werden wir hoffentlich wieder mehr und vor allem werde ich, wenn alles klappt, einige Wochenenden allein verbringen, teils mit Biwak. Denn ich habe mich für eine Ausbildung zum Wanderführer angemeldet (Wandertrekkingguide: Wander- und Naturreiseleiter). Bis 2019 wander ich an sechs Wochenenden durch verschiedene Gebiete und lerne alles Wichtige, um draußen unterwegs zu sein.

Und dann habe ich noch etwas Größeres geplant, und zwar möchte ich eine Ausbildung zum Tellington TTouch Practitionier machen. Das Thema hat es mir tierisch angetan und ich bin mir sicher, dass es vor allem Alex sehr gut unterstützen kann. Mal schauen, ich hoffe ich kann das alles so umsetzen, wenn nicht, dann ist es auch noch so.

Schöne Momente mit Hund 2018

Wie anfangs geschrieben, möchte ich nicht nur die blöden Dinge schildern, sondern auch die Guten. Trotz der großen Trauer habe ich sehr viele schöne Momente erlebt, die stets im Zusammenhang mit meinem Hund standen. Es sind oft die kleinen Dinge, wie Alex Lächeln, unsere morgendlichen Kuscheleinheiten, sein Schmatzen, seine Lebensfreude beim Flitzen oder ihm beim Schlafen zu zusehen. Genauso gab es ein paar größere Erlebnisse, die mein Herz aufgehen ließen:

  • Camp Canis Hoopes Park und Hunsrück inklusiver Zeltwochenende mit tollen Hund-Mensch-Teams
  • Ein Wochenende im Westerwald mit Zissi von Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben und Christine von Herbie & Frieda – Ein Traumpaar
  • Die Dog Walk Challenge Spring 2018, bei der wir ein super Team hatten und ganz liebe Menschen mit ihren Hunden „kennengelernt“ haben
  • Unsere ersten Dogscooterfahrten, auch wenn sie noch ohne Zug sind
  • Schöne Spaziergänge und Wanderungen wie zum Beispiel mit Sabrina plus Luca durch die Wieslaufschlucht und das Strümpfelbachtal und mit Claudi plus Emmi überall und nirgendwo (ich bin sehr froh und dankbar, dass Alex und ich in unserer Wahlheimat zwei so wahnsinnig liebe Hund-Mensch-Teams gefunden haben! <3)
  • Ein Tag am Elsflether Sand (den Beitrag vom aller ersten Besuch findest Du hier: Buddeln am Elsflether Sand)
  • Eine meine ältesten Freundinnen mit ihrem Hund zu treffen (Carolin plus Lottie) und mit ihnen sogar beim Camp Canis zu starten
  • Ein Wochenende bei Zissi
  • Unser erster Gewinn bei einem Gewinnspiel (Kräuter von der lieben Stephie von The Pell-Mell Pack)

Also, es ist einiges tolles passiert dieses Jahr und ich kann mich nach wie vor oder wieder an den vielen kleinen Dingen erfreuen. Ich bin stets sehr dankbar, denn wir haben ein Dach über dem Kopf, sind weitestgehend gesund und haben stets etwas zu essen. Auch wenn ich dieses Jahr so viel geweint habe wie in meinem ganzen Leben nicht und wahnsinnig gelitten habe (teils leide), weiß ich, dass es mir im Grunde sehr gut geht. Es gibt so viele Menschen, denen es weitaus schlechter geht als mir, aber trotzdem kann ich manchmal mein Leid einfach nicht abstellen. Allerdings bin ich dankbar dafür, dass ich von vielen schlimmen Dingen bisher verschont geblieben bin und hoffentlich bleibe. 

Ich bin nicht allein

Viele Freunde und Bekannte haben in diesem Jahr ein Elternteil oder einen geliebten Vierbeiner verloren. 2018 scheint leider irgendwie das Jahr des Todes zu sein. Es tut mir für jeden Einzelnen wahnsinnig leid und ich fühle mit Ihnen (und wünsche Euch weiterhin viel Kraft und alles Gute!). Es hat mir noch einmal klar gemacht, dass das Leben endlich ist und ganz plötzlich ohne Vorwarnung vorbei sein kann. Das macht mir große Angst! Nicht weil ich sterben könnte, sondern wegen meiner Liebsten. Vor allem habe ich Angst um Alex.

Er ist dieses Jahr sieben Jahre alt geworden. Normalerweise dachte ich immer, das sei noch kein Alter, aber dem Tod ist die Zahl egal. Auch vorherige Gesundheit ist kein Garant. Ich versuche jetzt noch mehr den Moment zu genießen, was manches Mal sehr schwer ist, und die Zeit mit Alex optimal zu nutzen. Ich hoffe, wir können noch viele möglichst schöne Jahre miteinander verbringen und dass der nächste große Knall noch lange auf sich warten lässt. Denn ich befürchte, dass ich im Moment keinen weiteren mehr standhalten kann… Mal sehen, was die nächste Zeit alles passiert. Hoffentlich etwas mehr Frieden und Glück für alle!

In diesem Sinne: Auf ein gutes Neues Jahr – Rutscht gut und sicher rein!

DANKE!
Ich möchte mich herzlich bei Dir bedanken, dafür, dass Du Alex und mir auf den sozialen Medien folgst, unsere Beiträge liest, likest, teilst und kommentierst! Außerdem bin ich sehr dankbar dafür, dass Du uns trotz meiner Inkonsequenz und Eigenart treu bleibst und ich noch bis jetzt glücklicherweise kein böses Wort von Dir gehört habe!!! (Konstruktive Kritik ist natürlich willkommen.) Ich hoffe sehr, dass Du auch in Zukunft an unseren Abenteuern teilnimmst.

2 Comments

  1. Ich wünsche Dir alles, das was Du Dir wünscht.
    Mögen Deine Träume wahr werden oder mit einem guten Gefühl begraben werden können.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    • Anni Antworten

      Liebe Sabine,
      entschuldige habe Deinen Kommentar jetzt erst gesehen… Vielen lieben Dank für Deine Worte und Wünsche! Mögen sich auch Deine Wünsche erfüllen und es ein tolles Jahr für Euch werden!
      Liebe Grüße
      Anni

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