SeniorGLÜCK für Alex Teil 1

„Klack“ und zack springt Alex zur Seite. Ich weiß nicht, ob ihn das Geräusch erschreckt oder die Tatsache, dass er mit seinen Krallen und seiner Pfote gegen die Cavaletti-Stange haut. Was mir das aber deutlich zeigt, ist, dass sich mein Hund zu sehr auf das Leckerli in meiner Hand konzentriert. Einfach nur stumpf und möglichst schnell hinterher. Unser Hundefitnesstraining scheint er gar nicht wahrzunehmen. Also alles auf Anfang.


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Bei dem nächsten Durchgang über die vier gelben Plastikstangen lasse ich die Führhand mit Leckerli weg. Daraufhin verlagert sich zwar Alex Aufmerksamkeit, aber leider nicht auf das Heben und Senken seiner Pfoten, sondern auf mein Gesicht. Mit offenem Hundemaul strahlt er mich erwartungsvoll an. Die Leckerlis vergisst er natürlich nicht. An sich halb so wild. Allerdings dreht er nun seinen Kopf zur Seite. Das erschwert für ihn das Cavalettitraining. Außerdem spannen sich seine Muskeln dadurch ungleichmäßig an. Aber wir wollen doch mit dem Hundefitness seine Muskeln gleichmäßig aufbauen und erhalten. Obwohl ich langsam nebenher gehe, versucht er schneller über die gelben Stangen zu kommen. Irgendwie lief das schon einmal besser.

Onlinekurs SeniorGLÜCK von Doggy Fitness

Während ich darüber nachdenke, wird mir klar, dass sich diese Fehler nicht erst heute einschleichen. Vermutlich habe ich es Alex gleichgetan und war zu unaufmerksam. Und zugegeben, Hundefitness gehört zwar seit einer Weile wieder regelmäßig zu unseren Beschäftigungen, aber die Cavaletti stelle ich nur selten auf. In letzter Zeit musste Alex meist über meine Beine steigen. Das ist natürlich eine gute Alternative, aber über die Stangen geht es doch etwas sauberer. Schließlich muss er dann ein Stück geradeaus gehen, um über alle Stangen zu steigen. Außerdem bin ich wieder motivierter: Denn Alex und ich machen den Kurs SeniorGLÜCK von Martina Flocken von Doggy Fitness.

Martina Flocken ist Hundephysio-, Phyto- und Mykotherapeutin. Dozentin sowie Buchautorin. 2010 absolvierte sie ihre Ausbildung zur Hundephysiotherapeutin und unterstützte damit die Gesundheit vieler Hunde in ihrer eigenen Praxis. Schnell stand für sie fest, dass das aktive Bewegungstraining einer ihrer Schwerpunkte ist. Und das wollte sie an so viele Hundemenschen wie möglich weitergeben. Deshalb gingen im Herbst 2017 die ersten Selbstlernkurse online. Seitdem hat sich viel getan: unter anderem kamen stetig neue Kurse dazu, alle wurden überarbeitet und mittlerweile gibt es extra eine App (die App wird ab 21.1.2026 vorerst eingestellt, weil Doggy Fitness eine eigene Kursplattform bekommt).

Alex und die Cavaletti

Die gelben Cavaletti gehören schon von Anfang an zu unserem Hundefitnesstraining. Denn die Stangenarbeit trainiert unter anderem die Muskulatur und die Gelenkbeweglichkeit aller vier Hundebeine. Beim Hundefitness geht es um bewusste Bewegungen, um auch die Koordination und Balance zu schulen. Alex hatte das eigentlich gut mitgemacht. Eigentlich. Denn nun scheinbar nicht mehr. Aber Martina Flocken gibt in dem Onlinekurs auch Tipps, wenn es mal nicht so gut klappt. Deshalb vergrößere ich den Abstand zwischen den Cavaletti und nehme Alex an die Leine, um sein Tempo besser zu regulieren. Es dauert nur wenige Tage und schwups: Er hebt wieder langsam und mit Bedacht seine Pfoten über die Stangen.

Wieso eigentlich Hundefitness?

Mit dem Alter werden Mensch und Tiere wackeliger auf den Beinen. Mit passender Bewegung, Physiotherapie, Sport und mehr kann der Alterungsprozess zwar nicht verhindert, aber hinausgezögert werden. Das betrifft sowohl die körperliche als auch die mentale Gesundheit. So gibt es beispielsweise wissenschaftliche Hinweise darauf, dass aktivere Menschen und Hunde seltener an Demenz erkranken. Ein Grund mehr für Alex und mich, Hundefitness zu machen und es zeigt seine Wirkung.

Alex hat Hüft- und Rückenprobleme. Beides kann schmerzhaft sein. Allerdings lässt sich das lange aufschieben und/oder später lindern, und zwar mit guten Muskeln. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich habe ebenfalls eine Hüftdysplasie. Damit bin ich bereits auf die Welt gekommen und durfte deshalb direkt nach der Geburt eine unschöne, unbequeme Spreizhose tragen. Die sollte eigentlich dafür sorgen, dass sich mein Hüftgelenk richtig positioniert. Hat sie aber nicht.

Ich konnte noch nicht richtig laufen, da saß ich schon auf dem Pferd. Meine Mutter war eine absolute Pferdenärrin und für sie war es selbstverständlich, dass ich auch reite, je früher, umso besser. Natürlich hätte das meine Hüftprobleme verschlimmern können. Hat es aber nicht – im Gegenteil. Denn so habe ich schon von klein auf Muskeln aufgebaut und die entlasten die Gelenke. Deshalb wurde ich in über 42 Jahren nur sehr selten von einer schmerzenden Hüfte geplagt. (Keine zehn Finger brauche ich dafür.) Bei meinem Hund Alex stelle ich Ähnliches fest. Besonders effizient sind eben die Stangen.


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Besseres Gangbild dank Cavaletti

Unser Cavalettitraining war die letzten Jahre stinklangweilig. Ehrlich gesagt blieb es nur bei unserem Standardtraining. Sprich drei bis fünf Stangen in einer Reihe – fertig. Aber es war mit isometrischen Übungen ein Minimum, das Alex regelmäßig absolvierte. Schließlich weiß ich, wie gut es Alex hilft – vor allem im Alter und mit seinen Hüftproblemen. Es unterstützt ihn dabei, seine Hinterbeine bewusster wahrzunehmen, schult seine Koordination und auch sein Gangbild hat sich dadurch deutlich verbessert.

Früher lief er sehr viel Pass. Das heißt, sein rechtes Vorderbein und sein rechtes Hinterbein heben sich gleichzeitig vom Boden ab und setzen gleichzeitig wieder auf. Auf der anderen Seite läuft es genauso. Bei manchen Hunderassen, wie beispielsweise Huskys, kann das durchaus normal sein. Manche Hunde verfallen in Pass, wenn sie zum Beispiel an der Leine laufen und Schritt zu langsam wäre, Trab aber zu schnell. Es kann aber auch auf Probleme mit dem Bewegungsapparat und/oder Schmerzen hindeuten. Was auf Alex zutraf, weiß ich ehrlich gesagt nicht ganz genau. Auf jeden Fall zeigt er es mittlerweile viel seltener.

Mehr Abwechslung beim Hundefitness

Das Cavalettitraining stärkt zusätzlich seine Muskeln und macht an sich Spaß. Trotzdem fühlte es sich eine Zeit lang eher wie Pflicht anstatt Freude an. Klar, ich wusste seit einer ganzen Weile, dass es extra Kurse und Bücher allein für das Training mit Cavaletti gibt. Ich hatte überlegt, einen Onlinekurs zu belegen, aber habe es aus verschiedenen Gründen nicht gemacht. Bis Anfang dieses Jahres (2025) – zum Glück.

Der Kurs SeniorGLÜCK hat wieder etwas Abwechslung in unser Hundefitnesstraining gebracht. Vorher kam ich höchstens auf die Idee, die Abstände zwischen den Cavaletti zu verändern. Sie im Kreis aufzustellen, kam mir nicht in den Sinn. Das ist natürlich keine bahnbrechende Idee, aber man muss darauf kommen und wissen, welcher Hund das machen kann. Schließlich gibt es auch Kontraindikationen. (Also bitte nicht einfach nachmachen!) In den folgenden SeniorFIT-Modulen gibt es auch noch weitere Varianten, wie zum Beispiel wechselnde Abstände oder Höhen. Wobei die Steigerungen immer erst erfolgen sollen, wenn der Hund die vorherige Übung gut beherrscht.

Alex bisher größte Herausforderung

In den Kursen von Martina Flocken gibt es aber nicht nur das Cavalettitraining, sondern noch viele verschiedene Übungen. Alex und ich hatten schon vor einigen Jahren den Hüftkurs bei Doggy Fitness absolviert. Dadurch konnten wir schon manches. Aber wie geschrieben, ließ unser Trainingseifer nach und es gab lange Zeit nur eine abgespeckte Version. Deshalb fangen wir teilweise von null an. Eine Übung, die wahnsinnig leicht erscheint, aber Alex wahnsinnig schwerfällt, ist Steh. Mein Hund war schon immer eher der Typ Musterschüler, der immer mitmacht und gefallen möchte. Dabei verfällt er schnell in einen Übereifer. Mit dem Alter noch viel schneller. Das äußert sich wie folgt.


Martina Flocken hat kürzlich ihr Buch „Fitness für Seniorhunde“ herausgebracht. Darin erklärt sie leicht verständlich unter anderem den Alterungsprozess bei Hunden, verschiedene Erkrankungen des Hundekörpers und wie Du Deinen Senior mit Hundefitness, Massagen und Co unterstützen kannst. Natürlich gibt es Trainingspläne mit genauen Anleitungen (auch per Video über QR-Code). Es ist sowohl eine gute Alternative zu dem Onlinekurs als auch eine hervorragende Ergänzung. Du erhältst das Buch für 42 Euro u.a. bei Amazon (einfach hier klicken).*


Ich deute ihm mit meiner Hand, dass er sich vor mich stellen soll. Das macht er auch. Allerdings steht seine rechte Vorderpfote eine Pfotenlänge weiter vorne als die linke. Mit der linken Hinterpfote macht er einen Ausfallschritt. Beim Steh ist es aber wichtig, dass die Vorderpfoten und die Hinterpfoten jeweils parallel zueinander stehen, und zwar direkt unter dem Hundekörper. Martina Flocken rät dazu, dass der Hund selbst die richtige Position finden soll. Bei Alex klappt das allerdings nicht. Er hält nur für zwei Sekunden durch – schwups, landet sein Hundehintern auf dem Boden. Ich bitte ihn, wieder aufzustehen. Das macht er zwar, steht aber wieder schief da. Aber nur für maximal zwei Sekunden, dann landet wieder der Hintern auf dem Boden. Kurz darauf der Bauch, die Brust und die Vorderbeine.

Ich bitte ihn wieder ins Steh. Gesagt, getan. Zack wieder ins Sitz und jetzt hebt er erst hastig die rechte Pfote und dann die linke. Dann wirft er sich wieder auf den Boden. Das könnte noch ewig so weitergehen. Ohne dass er jemals auf die Idee kommt, die Pfoten anders hinzustellen. Martina Flocken empfiehlt, den Hund räumlich zu begrenzen, zum Beispiel indem man ihn auf einer Erhöhung ins Steh bringt. Eine passende habe ich leider noch nicht und mit Decken oder Matten klappt es bei Alex nicht. Also belohne ich erst einmal die Zeit, die Alex steht. Die richtige Pfotenstellung folgt dann erst später.


Hinweis: Ich schildere in diesem Artikel Alex und mein Vorgehen beziehungsweise unser Training. Jeder Hund ist anders und bedarf entsprechend seines Alters, seiner Gesundheit und seiner Bedürfnisse vielleicht etwas anderes. Also bitte nicht einfach nachmachen, sondern zunächst Rücksprache mit einem Tierarzt halten und sich von einer Hundephysiotherapeutin wie Martina Flocken beraten lassen.


Der Hund gibt das Tempo vor

In dem Onlinekurs SeniorGLÜCK gibt es vor der Praxis etwas Theorie: Grundlagen zur Anatomie des Hundes, Hundefitnesstraining, Equipment und wie die einzelnen Übungen funktionieren. Insgesamt gibt es vier thematische Module. Das erste ist eben SeniorFIT. Das beinhaltet pro Trainingsmodul vier Pläne mit verschiedenen Übungen und der Anzahl an Wiederholungen. Die Trainingsmodule bauen aufeinander auf, sodass es ganz leicht startet und von Modul zu Modul etwas anspruchsvoller wird. Wobei immer gilt: Der Hund gibt das Tempo sowie den Schwierigkeitsgrad vor. Sprich, der Hund sollte die Übung gut beherrschen, bevor die Anzahl der Trainingseinheiten oder der Schwierigkeitsgrad erhöht werden. Mit Texten und Videos erklärt Martina, wie die einzelnen Übungen ablaufen, worauf zu achten ist und wann welche Übung nicht gemacht werden sollte. Fürs Steh gibt es beispielsweise keine Einschränkungen, aber die Cavaletti sind zum Beispiel bei versteiften Gelenken tabu.

Schmerzen lindern beim Hund

Zum SeniorGLÜCK gehört aber nicht nur das Hundefitnesstraining, sondern noch drei weitere Module. Das zweite Modul widmet sich dem Thema „Altersbeschwerden & Schmerzen lindern“. Bereits in unserer ersten Trainingswoche steht das ungewollt direkt bei uns an. Alex läuft etwas steif durch den Garten. Es ist zwar nicht so schlimm, dass wir am Wochenende zum Tierarzt müssen, aber es fällt eben auf. Außerdem wölbt sich sein Rücken etwas nach oben. Passenderweise hatte ich mich am Vortag dem Modul gewidmet und kann nun versuchen, Alex Beschwerden zu lindern.

Für einen Wickel fehlen leider die passenden Zutaten, aber ich habe ein Kirschkernkissen. Also ab damit in die Mikrowelle und warten bis zum Ping. Bei der Temperatur bin ich mir unsicher, deshalb lege ich das Kissen erst einmal auf mein Handgelenk. Nichts brennt oder schmerzt. Die Temperatur passt. Somit lege ich das Kirschkernkissen zuerst auf Alex Hüfte. Er hebt seinen Kopf und reckt seine Hundenase zu dem unbekannten Ding. Sein Nasenrücken kräuselt sich und ich höre sein schnelles Ein- und Ausatmen. Es dauert nur wenige Sekunden. Dann heißt es: Okay, Kopf wieder ablegen und kurz darauf schlummern.

Sein Rücken bekommt anschließend auch noch etwas Wärme ab. Das scheint Herrn Hund ebenfalls nicht zu stören, im Gegenteil, er schlummert selig weiter. Das Ganze habe ich dann noch einmal im Laufe des Tages wiederholt. Und siehe da: Schon nach der ersten Thermotherapie wirkt sein Gang lockerer. Alex war also scheinbar nur verspannt. Am nächsten Tag ist alles wieder in Ordnung.

Wohnzimmer und Küche „verunstalten“ für den Hund

Altersbedingt fällt es Alex manchmal schwer, sein Gleichgewicht zu halten. Vor allem mit seinen Hinterbeinen knickt er manchmal etwas ein. Über glatte Untergründe wie Laminat und Fliesen geht er zwar an sich noch gut, aber im Wohnzimmer verhält es sich teils anders.

Wenn wir in den Garten gehen oder die Nachbarskatze durch die Terrassentür schaut, kann er seine Begeisterung nicht immer zügeln. Vor meinem geistigen Auge habe ich ihn schon oft schlimm stürzen sehen oder sein Kreuzband reißen. Deshalb wollte ich längst die Teppiche meiner Vermieterin aus dem Keller holen. Hatte das aber immer wieder aufgeschoben: vergessen, keine Zeit, aus Faulheit und weil mir dieser unpassende Teppichmischmasch nicht gefiel. (An sich mag ich die Teppiche, aber sie passen halt nicht so gut mit den anderen zusammen.) Ich hatte die Hoffnung, Alex dorthin zu trainieren, dass er immer ruhig zur Tür geht. Das klappt aber einfach nicht.

Der Kurs SeniorGLÜCK von Doggy Fitness hilft uns nicht nur, Alex Koordination zu verbessern, sondern hat mich noch einmal daran erinnert, dass die Teppiche Alex Gesundheit unterstützen und das Alter erleichtern. In dem Modul „Altersbeschwerden und Schmerzen lindern“ gibt es nämlich unter anderem auch Tipps für den Alltag. Und deshalb habe ich es endlich gemacht: Für Alex mein Wohnzimmer und meine Küche etwas „verunstaltet“. Was tut man nicht alles für den Hund, und das natürlich gerne.

Zu dem Hundefitnesskurs SeniorGLÜCK gehören auch noch die Module „SeniorVITAL – Vitalpilze zur Unterstützung deines Seniorhundes“ und „Entspannt & Glücklich – Der Massagekurs für Hunde“. Davon berichte ich zusammen mit unseren weiteren Trainingserfahrungen demnächst in einem zweiten Teil.


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