Auf Freud folgt Leid

„Ung, ung, ung!“ Ein Geräusch, das vermutlich jeder Hundehalter nur zu gut kennt. Es reißt mich unlieb aus dem Tiefschlaf. Noch recht benebelt will ich Alex von der Decke schicken. Statt wie sonst zu springen, fällt er leider Gottes auf den Boden. Durch den Knall bin ich richtig wach. Alex spuckt. Aber anstatt dafür aufzustehen, bleibt er liegen. Die mit Magensäure vermischten Futterreste bahnen sich ihren Weg unter seine Hundebeine. Es kostet ihn sichtbar Kraft, seinen Kopf über dem Erbrochenen zu halten. Ich rede ihm gut zu und versuche, ihn zum Aufstehen zu animieren. Vergebens.

Kurz versucht er es, aber er kann seine hinteren Pfoten nicht in den Boden stemmen, geschweige denn seine 22,6 Kilogramm hinauf. Alex Pupillen weiten sich und meine wahrscheinlich auch. Ich weiß nicht, wer von uns beiden darüber erschrockener ist. Eigentlich wollten wir heute abreisen – wieder zurück von der Ostsee in Schleswig-Holstein nach Hessen an die thüringische Grenze. Stattdessen pinkelt sich Alex ein. Mit seinem zweiten Versuch aufzustehen, scheitert er erneut. Mein Herz rast. Ich merke, wie sich die Panik in meinem Körper breit macht. Ich atme tief ein und aus. Schließlich hilft das keinem von uns, wenn ich jetzt in Panik verfalle.

Mein Hund kommt nicht mehr auf die Beine

Alex versucht, noch einmal aufzustehen und ich helfe ihm. Allerdings kann er sich nicht auf den Pfoten halten und fällt wieder hin. Ich hole Küchenpapier, um das Erbrochene und das Pipi zu beseitigen. Alex kommt auf die Beine und torkelt hinter mir her, um kurz darauf wieder auf den Boden zu fallen. Kommt das von dem Sturz oder hat mein Hund ein Vestibularsyndrom? Seine Augen scheinen ruhig und auch insgesamt wirkt er wieder recht gelassen.

Ich überlege hin und her. Schreibe der Vermieterin der Ferienwohnung eine Nachricht und frage, ob wir länger bleiben können. Ich telefoniere auch noch mit meinem Bruder, um mich etwas zu besänftigen. Aber natürlich steht fest, wir müssen den tierärztlichen Notdienst aufsuchen. In Schleswig-Holstein gibt es für das gesamte Bundesland eine zentrale Telefonnummer, über die man dann an die diensthabende Praxis in der Nähe weitergeleitet wird. An diesem Sonntag hat die Tierklinik Anicura in Flensburg Dienst. Also trage ich Alex die Treppe hinunter zum Auto.

Von Dollerup bis zur Tierklinik brauchen wir etwa 30 Minuten. In meinem Kopf überschlagen sich die Gedanken, während ich der Stimme des Navis lausche und versuche, mich nicht zu verfahren. Viel weiß ich nicht mehr von der Fahrt, nur, dass wir es ohne Schwierigkeiten schaffen. Alex aus dem Auto zu bekommen, stellt hingegen eine Herausforderung dar. Er kann nicht aufstehen und presst sich zusätzlich auf die Rückbank. Er mag es generell nicht, getragen zu werden. Aufgrund des Schwindels, wie ich später erfahre, erst recht nicht. Irgendwie bekomme ich ihn aber dann doch hinaus und lege ihn vor der Tierklinik ab, denn die Tür ist zu. In mir tobt zum einen die Sorge um Alex, zum anderen herrscht eine gewisse Gelassenheit, die sagt: „Alles wird gut.“

Hat Alex ein Vestibularsyndrom?

Dann endlich können wir rein. Für die Tierärztin steht ziemlich schnell fest, dass Alex doch ein Vestibularsyndrom erlitten hat. Vermutlich ein altersbedingtes – also geriatrisches Vestibularsyndrom, bei dem Durchblutungsstörungen eine Rolle spielen können, aber dessen Ursache bisher unbekannt ist. Es gibt dafür keine speziellen Test, sondern die Diagnose erfolgt, nachdem andere Krankheiten ausgeschlossen werden konnten. Mit der Taschenlampe in der Hand zeigt sie mir den typischen Nystagmus, der aber nicht immer vorkommen muss. Bei Alex bewegen sich die Augen nur ganz leicht von links nach rechts und umgekehrt, sodass es kaum auffällt.

Bei dem Sturz hat er sich scheinbar zusätzlich noch am Rücken verletzt. Zumindest reagiert er auf das Abtasten, indem er zusammenzuckt. Außerdem presst er seinen Rücken sowie Bauch zusammen. Die Tierärztin spritzt Alex etwas gegen die Übelkeit, etwas gegen die Schmerzen und Kortison. Bei seinen chronischen Erkrankungen (unter anderem der Niere und Bauchspeicheldrüse) nicht optimal, aber anders geht es leider nicht.

Ohne Infusion zurück zur Ferienwohnung

Eine Infusion will sie ihm nicht geben. Ihrer Erfahrung nach, muss das nicht immer sein. Es sei denn, ich will das unbedingt, aber Alex müsste dann alleine in der Klinik bleiben. Das möchte ich ihm natürlich nicht auch noch zumuten, wenn es nicht sein muss. Also versuchen wir es ohne und tatsächlich klappt es so. Allerdings bedarf es genau das, was mir die Tierärztin prophezeit hat und mir gar nicht liegt: Geduld. „Es kann sogar sechs bis acht Wochen dauern, bis alles wieder normal funktioniert“, sagt die Tierärztin. Manchmal bleiben Symptome bestehen, wie zum Beispiel ein schief gehaltener Kopf.

Glücklicherweise können wir unseren Aufenthalt in Dollerup verlängern. Zuvor hatten wir zweieinhalb wundervolle Tage in Schleswig-Holstein (mehr dazu erfährst Du hier: „Diese eine Liebe…“), jetzt nicht mehr. Die Ferienwohnung liegt im ersten Stock. Die Treppe führt zwar gerade hinauf, aber Alex kann nicht alleine gehen. Also muss ich ihn nun immer hinauf- und hinuntertragen. Eigentlich soll man das Tragen beim Vestibularsyndrom beim Hund meiden, weil das das Schwindelgefühl verschlimmern kann. Aber wir haben keine Wahl.

Die Medikamente zeigen Wirkung

Ich lege Alex auf sein Kissen und mache die Plissees zu. Die Tierärztin hatte mir geraten, den Raum abzudunkeln. Es gibt aber auch andere Empfehlungen. Manche sagen, dass Dunkelheit ebenfalls den Schwindel beziehungsweise das Gefühl verschlimmern kann. Etwas Licht kommt aber noch durch, sodass noch ein paar Strahlen Tageslicht durchkommen.

Mit dem Futter warte ich mehrere Stunden, wie es die Tierärztin empfohlen hat. Glücklicherweise frisst Alex dann endlich. Allerdings ändert sich das am Folgetag. Da verschmäht er seine Mahlzeit. Nur seine Reinfleischbrocken aus der Dose frisst er. Das Gehen wird hingegen von Mal zu Mal besser. An die vier- bis fünfmal trage ich ihn rauf und runter. Anfangs nimmt er es hin, aber mit der Zeit wehrt er sich dann doch. Einmal schnappt er sogar. Er bekommt zwar noch Schmerztabletten und Cerenia gegen die Übelkeit, aber als Tabletten wirkt beides nicht ganz so gut wie die Spritzen.

In Kürze zusammengefasst: Das Vestibularsyndrom beim Hund

Was ist das Vestibularsyndrom beim Hund?

Das Vestibularorgan/Gleichgewichtsorgan befindet sich im Innenohr und ist unter anderem für die räumliche Orientierung, die Koordination und die Körperhaltung verantwortlich. Beim Vestibularsyndrom handelt es sich also um eine Störung des vestibulären Systems, das Innenohr, Nervus vestibularis und zentrale Anteile umfasst. Es gibt verschiedene Formen: das periphere und das zentrale Vestibularsyndrom. Beim zentralen Vestibularsyndrom liegt die Ursache im Gehirn (im Kleinhirn oder Hirnstamm). Das Periphere entsteht durch eine Störung im Innenohr oder deren Nervenverbindungen. Zum peripheren zählt auch das geriatrische Vestibularsyndrom. Es stellt eine Unterkategorie dar und betrifft ältere Hunde.

Ursachen des Vestibularsyndroms beim Hund

Die Ursache des Vestibularsyndroms beim Hund hängt von der Form ab. Das Periphere tritt weitaus häufiger auf und kann unter anderem folgende Ursachen haben:

  • Mittel- oder Innenohrentzündung
  • Trauma/Verletzung am Kopf
  • Ruptur des Trommelfells
  • Polypen oder Tumore
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Medikamente
  • angeborene vestibuläre Erkrankungen (selten)
  • Gefäßerkrankungen
  • Fremdkörper im Gehörgang
  • idiopathisch (wenn keine Ursache gefunden wird)

Für das zentrale Vestibularsyndrom beim Hund kommen unter anderem folgende Ursachen in Frage:

  • Entzündungen des Gehirns (z. B. Enzephalitis)
  • Infektionen des zentralen Nervensystems (z. B. durch das Staupe-Virus)
  • Gehirntumore
  • Verletzungen des Gehirns
  • degenerative Erkrankungen des zentralen Nervensystems
  • angeborene Fehlbildungen des Gehirns (selten)

Die Ursachen des geriatrischen Vestibularsyndroms beim Hund sind bisher unbekannt. Es werden Durchblutungsstörungen oder altersbedingte Degeneration als Ursachen vermutet, aber es konnte bisher nicht bewiesen werden.

Symptome des Vestibularsyndroms beim Hund

Die Symptome des Vestibularsyndroms beim Hund sind vielfältig und können auch unterschiedlich stark ausgeprägt sein, wobei sie meist plötzlich und teils heftig auftauchen. Allerdings muss ein Hund nicht alle Symptome zeigen. Außerdem können die einzelnen Symptome auch für andere Erkrankungen stehen, so ähneln einige beispielsweise denen eines Schlaganfalls. Ein Vestibularsyndrom beim Hund kann sich wie folgt äußern:

  • Kopfschiefhaltung
  • Nystagmus: unkontrolliertes Augenzittern/Hin- und Herzucken der Augen (horizontal und rotatorisch bei bei beiden Formen des Vestibularsyndroms möglich, vertikaler Nystagmus spricht für eine zentrale Ursache)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindelanfälle
  • Gleichgewichts- und Koordinationsschwierigkeiten (z. B. Schwierigkeiten aufzustehen, ständiges Kreiseln, auffälliges Gangbild, schwankender/taumelnder Gang, Stolpern oder Umfallen, Fallneigung zu einer, der betroiffenen, Seite)
  • Desorientierung/Verwirrtheit
  • Inkontinenz (kein klassisches Symptom eines Vestibularsyndroms beim Hund, aber möglich)
  • Futterverweigerung
  • u. a.

Beim zentralen Vestibularsyndrom beim Hund können zusätzlich Lähmungserscheinungen einer Seite auftauchen, der Stellreflex kann fehlen oder verändert sein und Krampfanfälle sind ebenfalls möglich.

Diagnose des Vestibularsyndroms beim Hund

Die Diagnose erfolgt durch eine tierärztliche Untersuchung. Wobei es keinen direkten Test für das Vestibularsyndrom beim Hund gibt. Der Tierarzt macht eine Anamnese und einen Sichtbefund. Die Augen werden kontrolliert und die Ohren werden untersucht, um Entzündungen und Fremdkörper im Ohr auszuschließen. Bluttests können weitere Hinweise liefern, vor allem auch in Bezug auf andere Erkrankungen. Neurologische Tests dienen unter anderem der Unterscheidung vom peripheren und zentralen Vestibularsyndrom. Bei Alex wurden beispielsweise seine Stellreflexe der Hinterpfoten getestet. Auch Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen können möglich sein, wenn beispielsweise ein Tumor als Auslöser in Frage kommt.

Behandlung des Vestibularsyndroms beim Hund

Die Behandlung des Vestibularsyndroms beim Hund hängt logischerweise von der Ursache ab, sofern diese behandelbar ist, und von der Schwere der Symptome. Bei Entzündungen kommen zum Beispiel meist Antibiotika zum Einsatz und teilweise auch Kortikosteroide. Ansonsten erfolgt eine symptomatische Behandlung. So kann der Hund beispielsweise Medikamente gegen die Übelkeit bekommen, Schmerzmittel, Infusionen oder er kann auch unterstützend Vitamin-B-Präparate gespritzt bekommen. Vor allem bei älteren Hunden können auch Medikamente verabreicht werden, die die Durchblutung fördern. Es kann auch Gingko unterstützend eingesetzt werden. Wenn es die körperliche Verfassung des Hundes wieder zulässt, ist Hundephysiotherapie sehr sinnvoll.

Prognose des Vestibularsyndroms beim Hund

Ob und wie gut sich der Hund vom Vestibularsyndrom erholt, hängt natürlich von der Ursache ab. Wenn keine schwerwiegendere Erkrankung zugrunde liegt, sind die Heilungschancen in der Regel sehr gut. Meistens bessert sich der Zustand des Hundes innerhalb weniger Tage. Es kann aber mehrere Wochen bis sogar Monate dauern, bis alle Symptome verschwunden sind. Manche können auch bleiben, wie zum Beispiel das Schiefhalten des Kopfes.

Auf dem Rasen vor dem Haus machen wir immer Stehpausen und ein paar Schritte. Alex will laufen, schwankt aber wie ein Besoffener stets von links nach rechts. Ich habe meine Hand fest am Geschirr, damit er nicht umfällt und einigermaßen geradeaus läuft. Das alles klingt theoretisch leichter, als es sich praktisch umsetzen lässt. Alex wiegt 22,6 Kilogramm und wenn die komplett zur Seite kippen, muss ich Kraft aufwenden, damit er nicht fällt. Nur eine Sekunde nicht aufgepasst und er stürzt zu Boden. Alleine aufstehen klappt nach wie vor nicht. Am zweiten Tag kann er wenigstens schon versuchen, sich hochzustemmen. Das klappt zwar nicht, aber es erleichtert mir etwas, ihm das Geschirr anzuziehen und ihn hochzuheben.

Falsche Verknüpfung: Hundefutter und Übelkeit

Beim Fressen bleibt er mäkelig. Vermutlich hat er sein Futter mit der enormen Übelkeit verknüpft. Aber wenigstens frisst er überhaupt ein bisschen. Trinken klappt nur, weil ich ein paar Fleischbrocken im Wasser ziehen lasse. Langsam zwickt mein Rücken. Aber ich trage Alex weiter und wir machen bei jedem Abstecher vor die Tür mehr Schritte. Gestütztes Stehen gehört auch weiter fest zum Programm. Schließlich kann er sich noch nicht gut halten. Aufgrund seiner Hüfte und seines Alters schwächelt seine Hinterhand eh schon. Die mangelhafte Bewegung fördert das natürlich nicht.

Unser Hundefitnessprogramm kommt derzeit allerdings nicht in Frage (mehr darüber erfährst Du hier: „SeniorGLÜCK für Alex Teil 1“). Aber ich lasse ihn immer etwas länger stehen und immer mehr Schritte gehen. Auch wenn es stets weniger sind, als er möchte. Überforderung wäre jetzt kontraproduktiv. Das gilt für Stress gleichermaßen, aber der lässt sich leider nicht vermeiden: Schließlich müssen wir wieder zurück nach Hessen.

Die Tierärztin meinte, dass sie eine Heimfahrt am Montag unbedenklich fände, wenn es Alex besser geht. Ich hänge aber lieber noch einen Tag dran. Dann müssen wir es aber wagen. Schließlich kann ich nicht noch mehr Dienste absagen und das ständige Tragen hilft weder Alex noch mir. Also wagen wir am Dienstag endlich die Heimfahrt. Alex übersteht die sechseinhalb Stunden sehr gut. Zuhause angekommen, verlagere ich unser Bett nach unten ins Wohnzimmer. Mittlerweile kann Alex seinen Hundekörper noch höher stemmen und schwankt nicht mehr ganz so intensiv von einer Seite zur anderen. Aber nach wie vor braucht er Unterstützung beim Aufstehen und Gehen.

Vestibularsyndrom beim Hund: KEIN Grund zum Einschläfern

Der Kontrolltermin beim Tierarzt in Hessen verläuft gut. Auch er sagt mir, dass es wieder in Ordnung kommt. „Leider kommt es noch oft vor, dass Hunde aufgrund des Vestibularsyndroms eingeschläfert werden, aber das muss in den meisten Fällen überhaupt nicht sein“, sagt der Tierarzt. Das habe ich tatsächlich schon öfter gehört. Deshalb blieben die Angst und die Sorge davor bei mir glücklicherweise aus. Nun wird Alex endlich Blut abgenommen, um sicherzugehen, dass er nicht doch etwas anderes hat.

Die Nächte im Wohnzimmer sind für mich zusätzlich kräftezehrend, weil ich meine Vermieter ständig höre und sie länger wach sind, als ich es in der Zeit kann. Ich war noch nie ein guter Schläfer und wache von jeder Kleinigkeit auf. Der Vorteil liegt allerdings ganz klar auf der Hand: Wir müssen nur aus der ebenerdigen Terrassentür und schon kann Alex pinkeln. Darüber freuen sich Alex und mein Rücken.

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In Sachen Futter halte ich Rücksprache mit unserer Hundeernährungsberaterin Stephanie Rose von Canis Vivus. Sie gibt mir ein paar Tipps, wie ich Alex das Futter schmackhafter machen kann, in welcher Reihenfolge die Zusätze wieder eingebaut werden, wie Knochenmehl, Öl, Brennnesselsamen et cetera, und beruhigt mich. Ich hatte Angst, dass diese Mangelversorgung ihm zusätzlich enorm schadet. Natürlich geht das nicht auf Dauer gut, aber im Gegensatz zu Junghunden kommen ältere Hunde damit besser klar.

Blutwerte sind wichtig, aber nicht gleich überbewerten

Die Blutergebnisse beunruhigen mich im ersten Moment etwas. Nicht seine Nieren- und Bauchspeicheldrüsenwerte bereiten mir Kummer, da wusste ich ja schon, dass die oberen Referenzbereich überschritten haben, sondern seine Leberwerte. Alle sind deutlich erhöht. Während mich der Tierarzt am Telefon total verrückt macht (insbesondere wegen der Nierenwerte), beruhige ich mich später wieder. Da er von Stephanie schon im Frühjahr einen individuellen Ernährungsplan aufgrund seiner Nieren- und Bauchspeicheldrüsengeschichte bekommen hat.

Und schließlich können die ganzen Medikamente die Werte beeinflussen und nicht nur das: Die eingeschränkte Nahrungsaufnahme und das Erbrechen können die Blutwerte von Hunden ebenfalls verändern. Bei der Kontrolle bestätigt sich das glücklicherweise: Die Leberwerte liegen wieder im Referenzbereich. Auf eine beschädigte Leber verzichten wir doch liebend gerne! Auch die Nieren- und Bauchspeicheldrüsenwerte sind zumindest ein bisschen gesunken.

Alex hat das Vestibularsyndrom gut überstanden

Nach etwas über einer Woche muss ich Alex nicht mehr übers Geschirr stützen, aber noch mit der Leine. Er läuft streckenweise gut geradeaus, schwankt aber manchmal noch zur Seite. Dann ziehe ich die Leine schnell etwas nach oben und bringe sie auf Spannung, sodass er nicht umkippt. Bis er wieder komplett alleine aufstehen kann, dauert es bestimmt zwei Wochen und bis er wieder normal frisst, fast drei Wochen. Durch diese Geschichte hat Alex 600 Gramm abgenommen, was für einen Hund eh recht viel ist und für einen älteren erst recht. Leider hat er außerdem Muskeln abgebaut. Mittlerweile haben wir unser Muskeltraining wieder aufgenommen, aber bei einem Seniorhund Muskeln wieder aufzubauen, kann sehr schwierig, teils unmöglich sein.

Aber Gott sei Dank hat sich Alex ansonsten wieder von dem Vestibularsyndrom erholt. Manchmal schwankt er noch etwas zur Seite und manchmal funktioniert seine Koordination nicht so gut, aber das passiert nur hin und wieder. Ansonsten klappt alles wieder und er rennt sogar wieder mit Freude durch den Garten – beziehungsweise mittlerweile durch unsere schwedische Heimat. 🙂

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