Warum der Ostalbkreis einen Besuch wert ist Teil 1

Ich bin verliebt – in meine derzeitige Heimat im Ostalbkreis von Baden-Württemberg. Seit letztem Jahr wohnen mein Hund Alex und ich im Ostalbkreis von Baden-Württemberg und sind schier begeistert. Warum die Ostalb es mir angetan hat, erfahrt Ihr hier. Da es hier einige wunderschöne Orte zu entdecken gibt, die nicht zu kurz kommen sollen, präsentiere ich sie in Häppchen. Hier der erste Teil.

Das ich als Stadtkind mal das Landleben lieben werde, hätte ich nicht gedacht. Zwar habe ich bereits immer wieder einige Jahre außerhalb von Bremen gelebt, aber außer in der Kindheit, fühlte ich mich stets in der Stadt wohler. Vor allem der Luxus in den Großstädten war mir wichtig (Ja richtig gelesen, Bremen ist mit über 550 000 Einwohnern eine Großstadt – die zehntgrößte Deutschlands). Einkaufen bis 22 teilweise bis 24 Uhr, kleine Shops, die auch am Wochenende geöffnet haben, 24 Stunden Tankstellen, Geschäfte mit allem, was das Herz begehrt, viele kleine Bars und Clubs, alles per Fahrrad erreichbar, immer etwas los und auch keine Schwierigkeiten spät abends oder in der Nacht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu kommen.

Und nun – wohne ich in einem fast 6000 Seelendorf. Die Supermärkte schließen um 21 Uhr, die Tankstelle hat gerade Mal zwei Zapfsäulen und nicht durchgehend geöffnet. Hier gibt es zwar alles notwendige, wie Essen und Trinken, Ärzte, eine Apotheke und einen Friseur, eine Post, zwei drei Restaurants, einen Fleischer und Bäckereien, aber viel mehr auch nicht.

ostalbkreis-baden-wuerttemberg-copyright-hund-im-gepaeck-3skulpturenweg-niederalfingen-copyright-hund-im-gepaeck-1ostalbkreis-baden-wuerttemberg-copyright-hund-im-gepaeck-5ostalbkreis-baden-wuerttemberg-copyright-hund-im-gepaeck-1Aalen ist zwar nur zehn Minuten mit dem Auto entfernt und mit ihren etwas über 65 000 Einwohnern die größte Stadt im Ostalbkreis, aber alles andere als eine Großstadt. Klar, manche haben in ihrem Wohnort nicht einmal einen Supermarkt oder Tante-Emmaladen, aber für mich war das hier schon eine ganz schöne Umstellung.

Mein Hund Alex war hingegen von Anfang an begeistert. Auch wenn unsere letzte Wohnung sich in einer ruhigen Straße von Hannover befand, ist das nicht mit hier zu vergleichen. Während in der Hauptstadt Niedersachsens an die 400 Leute unsere Nachbarn waren, sind es hier vielleicht 100. Autos sind zwar auch hier zu hören, weil die Bundesstraße in der Nähe ist und keine großen Gebäude den Lärm abfangen, aber trotzdem ist es hier ruhiger. Und genau das dürfte Alex gefallen.

Genauso wie, dass wir in Nullkommanix in der Natur sind: Felder, Berge (wobei die Schwaben wohl eher Hügel dazu sagen würden, aber ich bin eben eine Flachlandindianerin) und Wälder direkt vor der Tür. Die Landschaft ist wahnsinnig abwechslungsreich. An manchen Stellen ist es flacher und man kann fast soweit gucken wie im Norden, an anderen sieht man vor lauter Bäumen den Wald kaum oder der Blick bleibt an den Bergen hängen. Es gibt hier auch zahlreiche wunderschön gelegene Seen (über die ich ein anderes Mal berichte). Und viele mindestens genauso schöne Fleckchen, die einen besonderen Ausblick versprechen, wie beispielsweise das Wahrzeichen von der Stadt Bopfingen.

Der Ipf: schöner Ausblick vom Tafelberg

Der Ipf ist der östlichste Ausläufer der schwäbischen Alb. Durch einen Meteoriteneinschlag vor etwa 14 Millionen Jahren ist das Nördlinger Ries entstanden, das die Schwäbische von der Fränkischen Alb teilt. Der Ipf ist der östlichste Ausläufer der schwäbischen Alb und liegt am westlichen Riesrand. Er ist 668 Meter hoch und bietet einen hervorragenden Ausblick. Es heißt, dass man bei gutem Wetter vom Plateau 99 Dörfer und Städte sehen kann und sogar die Alpen.

Wall- und Grabensysteme, die bis in die späte Bronzezeit zurückreichen, gibt es zu entdecken. Am Fuße wurde ein keltischer Fürstenhof rekonstruiert und es lassen sich einige Informationen über die Archäologie, den Naturraum und die Geschichte des Tafelbergs finden. Aber der Ausflug lohnt sich auch, wenn kein Interesse für Geschichte vorhanden ist. Denn nicht nur der Ausblick ist wunderschön, sondern auch der Aufstieg.

Am 10. Juli 1811 besuchte König Friedrich I. von Württemberg Bopfingen und stieg den Ipf empor. Aufgrund dieses Besuches wurde an der östlichen Seite eine Allee angelegt. Knorrige Linden, deren Wurzeln sich durch den östlichen Weg ziehen, und eine außergewöhnliche Flora, die aus Trockenrasen, Wacholderheiden, Silberdisteln, Kuhschellen, seltenen Kräuter und anderen Pflanzen besteht und unter Naturschutz steht, prägen den Berg.

Neben Bergen und Aussichtsplattformen sind auf der Ostalb auch noch einige Relikte beispielsweise aus der Römer- und Keltenzeit zu finden. Vor allem Natur- und Wanderfreunde dürften im Ostalbkreis auf ihre Kosten kommen. Auf meist gut ausgeschilderten und begehbaren Wegen, die man nicht selten für sich alleine hat, lässt sich die Natur und einige Besonderheiten entdecken. Aber es sind auch viele Burgen und Schlösser in der Region zu sehen und zu besichtigen, wie zum Beispiel die Marienburg in Hüttlingen-Niederalfingen. Am Fuße der Marienburg befindet sich aber auch eine schöne Strecke, die zu einem Gang mit Hund einlädt: der Skulpturenweg.

Holzfiguren zeigen den Weg von Niederalfingen nach Neuler

Von Niederalfingen über das Schlierbach- und Krähenbachtal führt der Skulpturenweg nach Neuler. Zwischen 2001 und 2009 haben die Sculturies, eine lose Gemeinschaft verschiedenster Personen, die das Holzschnitzen verbindet, den Weg erschaffen. Er ist in vier Abschnitte gegliedert, die durch den Wald und den Ort Neuler führen. Ein kleiner Rundweg von 2,5 Kilometern in Niederalfingen ist nicht nur gut mit Hund zu laufen, sondern auch mit der Familie. Es geht zwar zwischendurch ein bisschen bergauf, aber die Schotterwege sind sehr breit und Kinderwagentauglich. Insgesamt 31 Holzfiguren darunter die Muffigel (die Maskottchen von Hüttlingen), Nils Holgersson und die Bremer Stadtmusikanten zieren die Strecke.muffigel-skulturenweg-copyright-hund-im-gepaeckskulpturenweg-niederalfingen-copyright-hund-im-gepaeck-4skulpturenweg-niederalfingen-copyright-hund-im-gepaeck-6skulpturenweg-niederalfingen-copyright-hund-im-gepaeck-8skulpturenweg-niederalfingen-copyright-hund-im-gepaeck-7skulpturenweg-niederalfingen-copyright-hund-im-gepaeck-3

Ein weiterer Abschnitt ist ebenfalls ein Rundweg und zwar das andere Ende des Skulpturenwegs in Neuler. Auch hier sind zahlreiche Holzfiguren von den Sculturies zu sehen. Der komplette Weg, sprich alle vier Abschnitte, beträgt insgesamt 8,5 Kilometer. Wer aber alle 83 Gnome, Märchenfiguren und Co entdecken will, muss allerdings noch mehr Strecke zurücklegen. Denn nur zwei Abschnitte sind als Rundwege gedacht, die mittleren Teile sind lediglich einfache Strecken. Aber es gibt natürlich verschiedene Varianten, die man gehen, laufen oder wandern kann.

Auf der Karte habe ich meine Standardroute eingezeichnet. Bei gutem Wetter ist gerade der erste Teil in Niederalfingen gut besucht. Da die Route sowohl sonnige als auch schattige Abschnitte sowie Wasserstellen für Hunde zu bieten hat, ist sie auch gut im Sommer zu laufen.

Natürlich gibt es im Ostalbkreis von Baden-Württemberg noch mehr schöne Orte zu erkunden. Fürs Erste soll es genug sein – doch ein zweiter Teil folgt.

 Hier die ersten Tipps

Egal ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter – zu jeder Jahreszeit hat die Ostalb etwas zu bieten. Unter der Rubrik Wandern berichte ich von verschiedenen Touren und unter der Rubrik Leben findet Ihr Ausflugstipps im Ostalbkreis. Natürlich immer hundefreundlich.

  • Für den Notfall hält fast jeder größere Ort einen Tierarzt parat. Doch am Wochenende hat meisten nur einer geöffnet. Wer Notdienst hat, sollte in der Regel auf den Anrufbeantwortern der Tierarztpraxen zu hören sein. Im Ostalbkreis gibt es eine Tierklinik in Böbingen, die zwar feste Sprechzeiten hat, aber für Notfälle 24 Stunden erreichbar ist (Schönhardter Str. 36, 73560 Böbingen an der Rems, 07173/8080 oder in Schwäbisch Gmünd unter 07171/5920). In der Nähe (je nach Aufenthaltsort) befindet sich noch eine Klinik im bayerischen Dinkelsbühl. Der 24 Stunden Notdienst ist unter Telefon 09851/1737 erreichbar (Heininger-Ring 17, 91550 Dinkelsbühl.
  • Das Schwabenländle hat aber auch einiges zu bieten ohne Hund. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Husky-Schlittenfahrt in Jagstzell-Dankoltsweiler (weitere Infos unter www.nature-trails-events.de/de/), einen Besuch im Tiefen Stollen oder Stand Up Padlling auf dem Bucher Stausee oder einer Tour über die Flüsse (www.paddle-surfer.de/).
  • Das leibliche Wohl darf auch nicht auf der Strecke bleiben: Den besten Döner, den ich je gegessen habe, gibt es bei Ali Baba in Hüttlingen. Für 5 Euro gibt es die Variante mit Käse, die einfach sagenhaft gut schmeckt. Zu den anderen Speisen kann ich leider nicht viel sagen, da ich immer nur das gleiche esse, aber da der Döner so gut schmeckt, können die anderen Gerichte wie Pizza oder Rollo auch nicht schlecht sein. Ali Baba findet Ihr in der Bachstraße 1 in 73460 Hüttlingen.
  • Ein weiteres kulinarisches Highlight gibt es in Aalen. Das Pizza-Haus Le Palme hat, meinem Geschmack nach, mit die besten Pizzen zu bieten. In der Radgasse 10 gibt es sowohl die Klassiker als auch ausgefallene Varianten für 5 bis 9 Euro. Sattmacher garantiert. Natürlich bereiten die Köche auch noch andere Speisen zu. Allerdings ist eine vorherige Reservierung empfehlenswert (http://www.pizzahaus-le-palme.de/).
    Ein gutes schwäbisches Restaurant habe ich bis jetzt leider noch nicht gefunden, aber ich bleibe am Ball. Also falls jemand einen Tipp hat, immer her damit!

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