Jede Menge Löwenzahn und doch abwechslungsreich

In Liechtenstein gibt es zahlreiche Wanderwege, darunter sind leichte, mittlere und schwierige Touren wie beispielsweise der Fürstensteig. Mein Hund Alex und ich wandern eigentlich stets leichte bis mittlere Touren. Eine davon führt uns von Balzers nach Säga Triesen und wieder zurück.

Unsere Wanderung starten wir in der südlichsten Gemeinde Liechtensteins in Balzers. Direkt bei der Burg Gutenberg gibt es einen Parkplatz, der unser Start- und Endpunkt ist. Zu Beginn geht mein Blick immer wieder den Weinberg hinauf zu der in 70 Metern Höhe gelegenen Burg. Sie ist das Wahrzeichen der Gemeinde und wurde wahrscheinlich um 1200 erbaut. Ihr Alter sieht man ihr aber gar nicht an, denn sie ist noch sehr gut erhalten. Seit 1979 ist die Burg Gutenberg im Besitz des Landes Liechtenstein und steht von Mai bis Oktober für Anlässe zur Verfügung.

Unsere Wanderung führt uns aber nicht hinauf, sondern weiter auf einen breiten Schotterweg, der durch die Felder führt. Mein Hund Alex schnuppert sich etwas durch die Gegend, behält aber die entgegenkommenden Menschen stets im Blick. Ich schaue währenddessen immer wieder auf die Berge der Schweiz und Liechtenstein.

Nachdem wir die Bundesstraße passiert haben, tauchen wir in der Nähe der Grenze zur Schweiz in den Wald ein. Über einen Pfad und eine kleine Brücke wandern mein Hund und ich an zwei Weihern vorbei. Kurz darauf kommt die erste kleine Anstrengung. Der Pfad geht bergauf und ist sehr uneben. Die Steine rutschen zwischendurch reihenweise unter meinen Wanderschuhen durch. Alex hat natürlich keine Probleme. Leider hat er es noch nicht ganz kapiert, dass er bergauf ruhig mal etwas ziehen darf und so „kämpfe“ ich mich hinauf. Die Sonne scheint durch die größtenteils kahlen Bäume auf unsere Köpfe. Und schon muss eine kurze Verschnaufpause sein.

Oben angelangt folgen wir zunächst einem breiteren Weg, bevor wir aus dem Wald auf eine Wiese hinaustreten. Kleine Hügel und eine Steinmauer versperren uns zunächst die Sicht. Doch danach haben wir einen freien Blick auf Balzers, die Burg Gutenberg ist auch zu sehen und natürlich die Berge. Unsere Wanderung geht weiter über die Wiese, die schon in einem schönen Grün erstrahlt. Der Löwenzahn und seine gelben Blüten verleihen dem Ganzen einen noch Frühlingshafteren Eindruck.

Wir befinden uns nur ein paar Meter über der letzten Straße Balzers, sodass man den Bewohnern theoretisch in die Häuser schauen kann. Doch schon bald verlassen wir die Siedlung und folgen einem breiten Kiesweg, der wieder bergauf führt. Nachdem wir ein großes Haus passieren, das zum Teil mit Holz vertäfelt ist, tauchen links und rechts zahlreiche knorrige Bäume auf, die etwas unwirklich erscheinen.

Die Wege bleiben breit und führen immer wieder mal bergauf und mal bergab. Es geht durch den Wald immer am Bergrand entlang. Zwischendurch tauchen wir wieder zwischen den Bäumen hervor und genießen die Aussicht. Immer kurz bevor die Umgebung langweilig zu erscheinen droht, verändert sie sich wieder. Abwechslungsreicher geht es kaum.

Nachdem wir eine weitere vom Löwenzahn bedeckte Wiese passiert haben, kommt der nächste „schwierige“ Abschnitt. Wieder führt die Wanderung uns bergauf und wieder ist der Weg uneben. Er ist dieses Mal zwar sehr breit, aber dennoch etwas rutschig. Zu dem Erdboden und den Steinen haben sich Sägespäne gesellt. Wahrscheinlich erfreuen sich an diesem Teil auch viele Mountainbiker. Glücklicherweise treffen wir keine, da mein Hund Alex dann gerne stiften gehen will. Doch wir kommen, zwar etwas erschöpft, aber stressfrei oben an.

Ein ganz schmaler Pfad führt uns erst durch die Gebüsche, Farn und Bäume, bis er uns wieder ins Freie entlässt und den Blick auf eine Holzbrücke frei gibt. Vielleicht floss hier einmal ein Fluss drunter durch? Heute sind aber nur noch helle Steine in verschiedenen Größen zu entdecken. Nach ein paar Windungen gelangen wir wieder auf einen befestigten Weg, der uns hinunter nach Neugrütt führt.

Dort geht es vorbei an dem Elektromuseum Lawena, das sich thematisch unter anderem dem Kraftwerk Lawena widmet, und an dem Campingplatz Mittagsspitze. Zur unserer Linken tauchen Teiche auf und ein kleiner Fluss rauscht über die Steine. Wir verlassen kurz die Straße, um ein bisschen weiter in das Wasserparadies einzutauchen. Doch leider sind wir nicht allein. Einige Kinder samt ihrer Eltern scheinen ebenso erfreut von der Idylle zu sein, was Alex nicht so recht passt. Er fängt an, an der Leine zu ziehen, um dem Gekreische zu entkommen. Gerne hätte ich hier etwas verweilt, aber ich möchte Alex dann doch lieber den Stress ersparen. Also wandern wir weiter zu dem Sägaweier, den wir ganz für uns alleine haben.

Nach einer kurzen Rast begeben wir uns auf den Rückweg. Zunächst geht es eine Straße durch den Ort entlang. Ich bin schon enttäuscht, dass wir jetzt so einen langweiligen Weg zurück müssen, da verändert sich auch schon wieder die Umgebung. Zwar ist es noch ein breiter, ebener Weg, aber er führt uns wieder an den Löwenzahnwiesen vorbei und wir beziehungsweise ich kann die Liechtensteiner Berge bestaunen.

Zurück in Balzers angekommen treffen wir noch auf ein paar Kühe. Glücklicherweise ist die Weide eingezäunt, denn sie scheinen sich sehr für Alex zu interessieren. Er nimmt sie aber erst wahr, als ein Kälbchen einen Freudensprung macht und will direkt hinterher. Doch die Leine stoppt ihn. „Puh, Glück gehabt!“ Den Weg haben wir verlassen und da ich nicht erneut an den Kühen vorbei möchte, schlagen wir uns über eine hoch bewachsene Wiese in die Wohnsiedlung.

Auf Kopfsteinpflaster kommen wir an vielen sanierten Häusern vorbei, was typisch für Liechtenstein zu sein scheint. Das einzig Schöne, bis auf ein paar Ausnahmen, sind meist die Fensterläden aus Holz. Auch wenn auf den Straßen nichts los ist, fühlt Alex sich etwas unbehaglich. Er hat seine Rute leicht eingeklemmt und schaut sich immer wieder um. Nur gut, dass die Burg Gutenberg schon in Sicht ist und das Ende unserer Wanderung ganz nah. Zurück beim Auto ist nicht nur Alex happy, sondern auch ich: Die Wanderung war wirklich schön und abwechslungsreich.

Tipps

  • Zwar führt der Weg an ein paar Weihern vorbei, aber dennoch sollte etwas zu Trinken im Gepäck sein.
  • Wir hatten unsere eigenen Snacks dabei, aber sowohl in Neugrütt als auch in Balzers gibt es Rastmöglichkeiten. Das Restaurant von Camping Mittagsspitze und das Restaurant Riet liegen direkt auf der Strecke und es gibt noch ein paar Restaurants oder auch Hotels. Allerdings weiß ich nicht, wie die Küchen so sind. Du vielleicht? Dann schreibe Deine Bewertung/Empfehlung in die Kommentare.
  • Ich habe die Tour bei GPS Tracks entdeckt und sie etwas abgewandelt. Die Strecke folgt keinen bestimmten Schildern, deshalb ist eine Karte, ein GPS-Gerät oder eine Wanderapp hilfreich.
  • Das Elektromuseum Lawena kann kostenlos besucht werden. Allerdings hat es nur an bestimmten Tagen auf, und zwar jeden letzten Sonntag in den Monaten von März bis Oktober von 13 bis 17 Uhr. Führungen für Gruppen sind aber das ganze Jahr über möglich. Mehr Informationen gibt es auf der Website von Liechtenstein.

Eine Zusammenfassung der Tour findest Du unter „Wanderung mit Hund: Von Balzers zum Sägaweier und zurück“.

Bist Du die Wandertour auch schon einmal gelaufen? Dann freue ich mich von Deinen Erfahrungen in den Kommentaren zu lesen.

 

2 Comments

  1. Ein toller Bericht mit unglaublich schönen Bildern! Genau das, was ich mag! Die Gegend ist zwar etwas weit weg für uns, aber irgendwann ergibt sich bestimmt mal etwas. Gefällt mir! Lg
    Sarah

    • Anni Antworten

      Hallo Sarah,
      vielen, lieben Dank für Deine Worte. Es freut mich sehr, dass Dir mein Bericht und die Bilder gefallen! Falls Du irgendwann mal in der Gegend sein solltest, mach auf jeden Fall einen Stopp dort. Wer weiß, vielleicht kommst Du dort ja schneller hin, als Du denkst.. 😉
      Es gibt ja sooooo viele schöne Ecken, die man gar nicht alle erkunden kann, aber die Texte und Bilder von anderen reichen oft auch schon aus…
      Liebe Grüße
      Anni

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